Pflegende Großeltern müssen mit dem Jugendamt kooperieren

Das klingt vernünftig. Aber was genau „kooperieren“ heißt, scheint völlig offen. Gemeint sein dürfte: keine Fragen stellen, Ja-Sagen oder schweigen, was auch immer an Anordnungen kommt. Der Fall: Ein Ehepaar in Bielefeld zog drei Jahre lang seine drei Enkel auf (8, 4 und 3 Jahre alt). Dann brachte das Jugendamt  die Kinder bei  Pflegeeltern unter. Im Prinzip waren die beiden alten Leute (76 und 77) nicht dagegen. Sie wünschten sich nur eine Pflegefamilie in ihrer Nähe. Und hatten sich den Ablauf anders vorgestellt. Zum Beispiel, dass es einen Abschied geben würde. Doch man holte die Kinder einfach von Schule und Kita ab, und sie waren für Oma und Opa vorerst nicht mehr erreichbar.

Großeltern, die mit Jugendämtern zu tun haben, sollten hell wach werden, wenn der Begriff „Kooperationsbereitschaft“ fällt.  Es ist meist ein verkappter Vorwurf. Unter Kooperation wird gern einseitige Unterordnung verstanden. Ihre, versteht sich.

Interessant auch, dass die pflegenden Großeltern drei Jahre lang auf Pflegegeld verzichten mussten, das die neuen Pflegeeltern der Kinder nun zweifellos bekommen. Folgt man den Empfehlungen des Deutschen Vereins für die Höhe des Pflegegeldes für ein Pflegekind, haben sie dem Staat damit um die 70 000 Euro gespart. Nun müssen die beiden vermutlich tief in die Tasche greifen, um ihr Umgangsrecht mit den Kindern einzuklagen.