Was ist mein Erziehungsstil?

Mit einem Test, den die „GEO Wissen“ Nr. 37 veröffentlichte, kann man es herausfinden.

Spannend ist er für jeden, der herausfinden will, wie er mit seinen Enkeln umgeht oder mit seinen eigenen Kindern umging. Im Prinzip weiß man das natürlich. Aber ob beispielsweise die liebevolle Zuwendung, die man Kindern schenkt, bereits zu schädlicher Überbehütung tendiert, ist schon gut zu wissen. Der Test funktioniert auch rückwirkend: Man stellt sich vor, wie man als Kind die eigenen Eltern erlebte, füllt unter diesem Blickwinkel die Testfelder aus und gewinnt Hinweise auf die eigene Erziehungsgeschichte. So mancher Mutter-Tochter-Zoff  kann damit professionell seziert werden. Vielleicht lohnt es sich auch, die Sache mit Geschwistern durchzuspielen. Haben die Eltern wirklich beim Jüngsten die Zügel schleifen lassen?

Erziehungswissenschaftlerin Dr. Sigrid Tschöpe-Scheffler von der Fachhochschule Köln entwickelte den Test, der aus 36  (!)  Fragen besteht. Dafür liefert er aber auch Aussagen, von denen man tatsächlich profitieren kann. Ich sah beispielsweise, dass ich ausgesprochen partnerschaftlich mit Kindern umgehe und nicht zur Bevormundung neige. Dafür ist mein Erziehungsstil aber allzu flexibel, situations- und stimmungsabhängig, was Wissenschaftler als „Tendenz zum Chaos“ auslegen. Macht nix, sagt Tschöpe-Scheffler. Es gibt keinen richtigen oder falschen Erziehungsstil. Die Warnung vorm Chaos ist nur eine Anregung, mal darüber nachzudenken, ob man es sich selbst leichter machen kann, indem man Regeln aufstellt. Und einhält!

Online existiert der Test leider nicht. Er ist aber nicht nur in der GEO Wissen (Nr.37, „Kindheit & Erziehung. Die ersten zehn Jahre“ erschienen, sondern auch als Buch:

S.Tschöpe-Scheffler,
Perfekte Eltern und funktionierende Kinder? Vom Mythos einer richtigen Erziehung.
Verlag Barbara Budrich