Freizeit: Kinder beim Baden nie unbeaufsichtigt lassen

Tragische Badeunfälle kosteten in diesem Sommer schon einige Kinder das Leben. Nicht nur in offenen Gewässern lauern Gefahren. Auch viele Swimmingpools sind unsicher. An der türkischen Ägäisküste ertrank Anfang August ein deutsches Kind in einem Schwimmbecken. Der Neunjährige hatte sich mit einer Schwimmflosse im Abflussgitter des Swimmingpools einer Ferienanlage verfangen. Nachdem der Junge eine Rutsche hinunter gerutscht war, tauchte er nicht wieder auf. Als der Vater den Unfall bemerkte, sprang er ins Wasser und holte den Jungen aus dem Pool. Trotz aller Wiederbelebungsversuche starb das Kind später im Krankenhaus.

Aber auch im vermeintlich sicheren heimischen Umfeld kann Schlimmes passieren. Erst kürzlich ertrank im nordrhein-westfälischen Düren ein Kind im Pool des Nachbarn. Es war unbemerkt auf das Nachbargrundstück gelangt und angelte im Pool nach einem aufgeblasenen Gummitier. Dabei fiel es ins Wasser und ertrank. Der Nachbar, der kurz mit seinem Hund spazieren gegangen war, entdeckte das tote Kind.

So erschreckend solche Unglücksfälle auch sind, man ist dem Schicksal nicht hilflos ausgeliefert. Eltern und Großeltern können einiges tun, um eine Tragödie zu verhindern.

Die wichtigste Regel: Kinder beim Baden nie unbeaufsichtigt lassen, und sei das Planschbecken auch noch so klein. Selbst bei niedrigem Wasserstand besteht die Gefahr des Ertrinkens, warnt Martina Abel, Geschäftsführerin derBundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder in Bonn. „Um das Becken herum ist es oft glatt. Beim Toben können die Kinder daher leicht ausrutschen und ins Wasser fallen. Bei kleinen Kindern liegt der Körperschwerpunkt sehr hoch, sie fallen häufig auf den Kopf, können untertauchen und im schlimmsten Fall nicht mehr aus eigener Kraft auftauchen“, erklärt die Kindersicherheits-Expertin.

In größeren Planschbecken sollten kleine Kinder Schwimmflügel mit jeweils zwei Luftkammern tragen. Doch Vorsicht: Sie bieten keine hundertprozentige Sicherheit. Von Schwimmreifen raten die Fachleute von der BAG ab: Kinder können leicht durch sie hindurch rutschen. “Eltern sollten ihre Sprösslinge erst ins Planschbecken lassen, wenn sie laufen können“, sagt Martina Abel.

Die wichtigsten Sicherheits-Tipps auf einen Blick

  • Lassen Sie Kinder nicht unbeaufsichtigt baden. Selbst im Planschbecken können sie ertrinken! Sorgen Sie für Rutschsicherheit.
  • Auch im knietiefen Planschbecken sollten Sie kleineren Kindern die Nutzung immer nur unter Aufsicht gestatten.
  • Bottiche und Regentonnen können gefährlich werden. Sie sollten mit abschließbaren Deckeln gesichert sein.
  • Schwimmbecken und Gartenteiche durch Schutzgitter sichern. Am besten eignet sich die Einfriedung durch Zäune mit absperrbaren Zugängen. Bloße Abdeckungen reichen nicht aus, da Kinder darunter geraten und ertrinken können.
  • Gefahrenquellen befinden sich nicht immer nur auf dem eigenen Grundstück. Der Bach dahinter oder der Fischteich des Nachbarn wirken wie ein Magnet auf Kinder. Stellen Sie sicher, dass kein unbeaufsichtigter Zugang möglich ist.
  • Wer sein Kind frühzeitig Schritt für Schritt ans Wasser gewöhnt und ihm im Alter von etwa vier Jahren das Schwimmen beibringt, trägt zur Unfallverhütung bei.