Pädagogik: Experten warnen vor Drill von Kleinkindern

China praktiziert „Beschleunigungspädagogik“. Dreijährige schreiben, Zweijährige rechnen oder pauken im Chor englische Vokabeln. Chinesische Kleinkinder werden systematisch auf Hochleistung gedrillt. Bleiben Kinder in Deutschland unter ihren Möglichkeiten? Thomas Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstituts, plädiert für „Wachsamkeit und Gelassenheit“.

Kleine Kinder lernen nicht in Schulfächern oder starren Unterrichtsformen, sagt er. Sie entdecken die Welt nicht geordnet und untergliedert, sondern probieren im nachahmenden Spiel vieles nebenher und alles auf einmal aus. Entsprechend alltagsnah und ganzheitlich müsse das Lernen sein.

Was der Experte von Erzieherinnen verlangt, leisten Großeltern oft intuitiv. Nämlich in dem Augenblick, in dem ein Kind etwas entdeckt oder sich für etwas interessiert, präsent zu sein. Es zu verstehen und zu unterstützen.

Rauschenbach: Man soll altersgemäße Lerngelegenheiten als Chance sehen. Aber nicht ständig mit dem Gefühl herumlaufen, das Kind verpasse etwas. Es werde allgemein unterschätzt, wie rasch Kinder aufholen.

ZEIT-Gespräch mit Thomas Rauschenbach zum Thema „Spielend lernen“