Gut bei Kasse – Kinder haben mehr Geld denn je

An den Kindern wird in Deutschland zuletzt gespart. Ihnen geht es besser als je zuvor. Sie verfügen jährlich über 1000 Euro an Taschengeld, Geldgeschenken und Ersparnissen, nutzen Computer und Handy, sind markenbewusst und eigen in der Körperpflege. Zu diesem Ergebnis kommt die KidsVerbraucherAnlalyse 2006, für die sechs Millionen Kinder im Alter zwischen 6 und 13 Jahren befragt wurden.

Die wichtigsten Fakten:

Finanzen:

Jedem Kind stehen durchschnittlich über tausend Euro zur Verfügung.5,88 Milliarden Euro Finanzpower liegt bei den Kindern. Durchschnittlich bekommen Mädchen und Jungen 20,5 Euro Taschengeld und kleine Geldzuwendungen monatlich. Dazu kommen Geldgeschenke zum Geburtstag und zu Weihnachten. Zum Geburtstag gab es durchschnittlich 68 Euro, zu Weihnachten 77 Euro. Gut gefüllt sind auch die Sparkonten der Kinder. Auf ihnen finden sich im Schnitt 615 Euro.

Sparen:

Ältere Kids sparen vor allem auf Handys (18 Prozent), die Jüngeren auf Spielzeuge (19 Prozent). Das Taschengeld hingegen wird wie eh und je an erster Stelle für Süßigkeiten (61 Prozent) ausgegeben. Es folgt noch einmal etwas Süßes – Eis (36 Prozent), und dann Zeitschriften/Comics 35 Prozent. Nach Getränken (27 Prozent) und Essen unterwegs/Fast Food (26 Prozent) tauchen dann schon Handy-Kosten bei 20 Prozent der Kinder als Ausgabenposten auf.

Ernährung:

Mehrmals pro Woche werden Bonbons gelutscht (45 Prozent), Kaugummi gekaut (41 Prozent) und Fruchtgummi (39 Prozent) oder Schokolade (38 Prozent) gegessen. Zudem gibt fast jedes vierte Kind (24 Prozent) einen Teil seines Taschengeldes für Fast Food aus – vor zwei Jahren waren es noch 20 Prozent.

Weg vom Süßen lautet dagegen der Trend bei den Getränken. Immer öfter erfrischen bei den Kindern Mineralwasser (67 Prozent) und Multivitaminsäfte (35 Prozent) die Kehlen. Beliebte Durstlöscher sind außerdem Fruchtsäfte (69 Prozent) und Milch (66 Prozent). Weniger konsumiert als in den Vorjahren werden dagegen süße Limonaden (60 Prozent), Cola (26 Prozent) und Kakaogetränke (55 Prozent).

Spielzeug:

Die 6- bis 9-Jährigen besitzen vor allem noch Puzzle-Spiele (73 Prozent),Plüsch-/Stofftiere (67 Prozent) und Spielkästen (62 Prozent), aber zunehmend kann man bei ihnen auch schon Handspielgeräte wie Gameboys (40 Prozent), Computergames (21 Prozent) und Konsolenspielgeräte (17 Prozent) finden.

Zwar besitzen die älteren Kinder im Alter 10 bis 13 Jahre noch Puzzle-Spiele (63 Prozent), Plüsch-/Stofftiere (56 Prozent) oder Spielkästen (42 Prozent), aber immer häufiger haben sie auch einen Gameboy (51 Prozent) und Games für Computer (49 Prozent) und Konsolen (40 Prozent). Spitzenreiter als Freizeitgerät ist das Fahrrad (80 Prozent).

Computer und Internet:

3,5 Millionen Kinder haben inzwischen zu Hause einen Computer. Der PC gehört ihnen allerdings in der Regel nicht allein (17 Prozent), sondern wird von der ganzen Familie (43 Prozent) genutzt. Dabei ist der Zugang sehr stark vom Alter abhängig: Während 77 Prozent der 10- bis 13-Jährigen zu Hause am Computer spielen oder arbeiten, sind es bei den 6- bis 9-Jährigen immer noch weniger als die Hälfte (44 Prozent). Tendenz bei beiden Altersgruppen weiter leicht steigend.

Zwar spielen die jungen Anwender überwiegend am Computer (94 Prozent), aber über die Hälfte von ihnen verfasst auch Texte oder nutzt Lern- oder Lexika-Software. Mehr als 2,7 Millionen Kinder (46 Prozent) surften schon im Internet: Fast 70 Prozent der 10- bis 13-Jährigen und bereits 22 Prozent der 6- bis 9-Jährigen.

Unterhaltungselektronik:

Dank sinkender Preise finden sich immer mehr digitale Geräte bei den Kids. Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich die Zahl der MP3- Player vervierfacht (18 Prozent) und der DVD-Player verdoppelt (15 Prozent). Musik wird immer mehr mit tragbaren CD-Playern (30 Prozent) gehört. Fast jedes dritte Kind hat zudem einen eigenen Fernseher (32 Prozent) im Zimmer stehen.

Handys:

Inzwischen ist fast ein Drittel der Kinder (1,9 Millionen) Besitzer eines eigenen Handys. Mehr als die Hälfte der 10- bis 13-Jährigen (1,6 Millionen), aber auch jedes zehnte Kind im Alter 6- bis 9 Jahre ist mobil erreichbar. 36 Prozent der Handybesitzer telefonieren täglich damit.

Beliebt sind außerdem die vielfältigen Zusatzfunktionen der Geräte. Fast jeder der jungen Handy-Besitzer hat schon einmal eine SMS verschickt (89 Prozent) und viele ein Handy-Game gespielt (62 Prozent). Dagegen haben erst ein Drittel Klingeltöne und 16 Prozent Screenbilder geladen.

Körperpflege:

Das Körperbewusstsein der Kinder ist immer früher ausgeprägt und zunehmend mehr Kinder verwenden eigene Pflegeprodukte.

2,6 Millionen Kinder (45 Prozent) benutzen ein eigenes Duschgel, danach pflegen sie das Gesicht (27 Prozent) und den Körper (20 Prozent) mit eigener Gesichtscreme und Bodylotion. Für einen angenehmen Duft sorgt abschließend das eigene Deo (27 Prozent) und Parfüm (20 Prozent). Das Haar wird mit eigenem Shampoo (51 Prozent), Spülung (13 Prozent) und Haar-Gel (23 Prozent) gestylt.

Markenbewusstsein:

Besonders hohe Relevanz haben Marken, wenn sie das Outfit der Kinder betreffen. Wichtig sind Marken daher bei Sportschuhen (58 Prozent), Taschen/Schulranzen (54 Prozent) und Bekleidung (50 Prozent). Auch das richtige Handy (41 Prozent) gehört zum Outfit dazu.

Im Food-Bereich wissen die Kinder, welche Marke ihnen schmeckt. Mit rund 40 Prozent gleichauf liegen die Bereiche Getränke, süße Brotaufstriche oder Süßigkeiten wie Schokolade und Schokoriegel.