Essen: Der Trick mit den kleinen Portionen

Das Gefühl „ich bin satt“ hängt bei vielen Menschen nicht davon ab, wie viel sie wirklich gegessen haben, warnen Ernährungswissenschaftler der Justus-Liebig-Universität Giessen. Es stellt sich vielmehr erst dann ein, wenn der Teller leer, die Chips-Tüte alle oder der Schokoriegel verzehrt ist.

Säuglinge und Kleinkinder „hören“ noch auf innere Signale ihres Körpers. Sind sie satt, verlieren sie jedes Interesse am Essen. Sehr schnell im Lauf ihres Lebens werden sie jedoch dazu verleitet oder sogar erzogen, trotzdem noch weiter zu essen. Übergewicht und Fettsucht können die Folge sein.

Der Trend zu immer größeren Portionen und Abpackungen von Lebensmittel, der spätestens seit Morgan Spurlocks Dokumentation „Super Size Me“ bekannt ist, erhöht die Gefahr noch.

Kartoffel-Chips-Packungen etwa sind heute dreimal so groß wie noch 1959. Cola und Pommes mit Majo sind im Kino in XXL-Größen zu haben! Eine Tüte Gummibärchen hatte früher 100 Gramm Inhalt. Inzwischen sind sogar 500-Gramm-Tüten ganz normal. Angaben wie „Neu: 25 % mehr Inhalt!“ sollen die Kunden zu Kauf bewegen. Das Konzept geht auch auf. Nur reicht die Leckerei dann nicht länger, sondern es wird mehr davon gegessen. Denn längst ersetzt das Signal „das Naschen ist alle“ die innere Botschaft “ich habe genug gegessen.“

So können Sie gegensteuern:

  1. Vergessen Sie den Preisvorteil großer Abpackungen beim Kauf kalorienreicher Süßigkeiten. Kaufen Sie Ihrem Bedarf angemessene Abpackungen.
  2. Bestellen Sie für Kinder im Restaurant Kinderportionen. Fragen Sie ggf. auch nach halben Portionen für sich selbst.
  3. Häufen Sie niemandem – erst recht nicht Kindern- zuviel Essen auf den Teller. Benutzen Sie kleine Teller. Sie wirken voll, auch wenn weniger drauf ist. Kochen Sie von vornherein weniger, damit der Nachschlag nicht die Regel wird.
  4. Essen Sie nicht beiläufig, d.h. ohne Hinzugucken vor dem Fernseher oder bei der Arbeit.

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