Gibst du mir deine Nummer?

Mädchen und Jungen haben unterschiedliche Telefoniergewohnheiten. Das fand der Schweizer Soziologe Hand Genser heraus.

Mit 13 haben 60 Prozent der Mädchen ein Handy. Mit 15 Jahren fast hundert Prozent. Jungen hinken hinterher. Sie erreichen diese Zahlen jeweils ein Jahr später. Das hat der Züricher Soziologe Hans Geser festgestellt.

Noch einen Unterschied zwischen den Geschlechtern hat er ausgemacht: Jungen telefonieren mehr als Mädchen, verschicken aber seltener SMS. Bei Mädchen ist es umgekehrt. Mit 17 verzeichnet ihr Telefon 15mal mehr SMS als Anrufe.

Unterm Strich kommt in etwa dasselbe heraus: 25 bis 30 Euro Kosten im Monat bei 16-Jährigen, 60 Euro bei 22-Jährigen.

Die intensivste Telefonierzeit liegt bei Mädchen im Alter von 18, bei Jungen von 22 Jahren.

Diese Verhaltensunterschiede erklärt Geser so:

In der Pubertät werden Mädchen redseliger und damit auch telefonierfreudiger. Jungs dagegen neigen in dieser Phase eher zur Schweigsamkeit und lassen lieber andere reden. (Gern auch Mädchen, weshalb ihre SMS-Briefkästen oft gut gefüllt sind.)

Ein anderer Grund: Mädchen bekommen das Handy häufig von ihren Eltern gekauft und bezahlt, weil diese um ihre Sicherheit besorgt sind. Je älter sie werden, desto weniger intensiv wird die Kontrolle über die Tochter. Irgendwann stellen sie dann auch die Zahlungen ein, woraufhin die Menge der Telefonate drastisch sinkt.

Weder Jungen noch Mädchen können sich allerdings ein Leben ohne Handy vorstellen. Mädchen brauchen es, um Kontakte zu pflegen und zu intensivieren. Jungen, um damit zu spielen, anzugeben und Kontakte zu knüpfen. Eine der ersten Fragen an eine potenzielle Freundin lautet oft: Gibst du mir deine Nummer?