Manfred Krug

In seinem Buch „Mein schönes Leben“ schildert der Schauspieler seine Oma Lisa als wichtigste Person seiner Kindheit Er nennt sie, deren krumme Beine meist aus einem blauweiß gepünktelten Kleid hervorschauten, sogar die schönste und zärtlichste Frau seines Lebens – mit weicher Haut, seidigem Haar und großen Brüsten. Oma Lisa rettete ihn im Kindergarten vor Strafen der Nonnen – er hatte „Verdunklung bei Fliegeralarm“ gespielt und Fensterscheiben mit Knete geschwärzt. Sie steckte dem ewig hungrigen Kriegskind geklautes Essen zu, sang respektlose politische Lieder und erklärte verworrene Familienverhältnisse. Um dem Enkel nachzureisen, der mit den Eltern häufig umzog, gab sie ihre knappen Ersparnisse aus.