Was tun bei Stress mit „wilden“ Enkeln?

Unsere Enkelsöhne sind acht und vier Jahre alt und sehr temperamentvoll. Sie toben viel herum, sprechen laut und zanken miteinander herum. Aller vierzehn Tage sind sie für einen Nachmittag bei uns, wenn unsere Schwiegertochter zum Sport geht. An solchen Abenden sind wir dann oft ziemlich mit den Nerven fertig. Wenn die Kinder aber nicht mehr zu uns kämen, würden sie uns sehr fehlen. Sehen Sie eine Lösung des Problems?

Helga Raschke, Aachen

Ihre Situation ist kein Einzelfall. Besonders ältere Großeltern sind mit kleinen Kindern manchmal überfordert.

Entlastend kann es sein, die Begegnung einzuschränken, zum Beispiel könnten die Kinder nicht den ganzen Nachmittag kommen, sondern nur für zwei, drei Stunden. Oder Sie nehmen nur ein Kind. Sie können sich dann individueller mit ihm beschäftigen, es wird ruhiger und entspannter sein.

Auch der Ort des Enkeltreffens spielt eine Rolle. Haben Sie sie lieber in der eigenen Wohnung? Oder wenn Sie Ausflüge machen? Oder im Garten, wo sich viele Spielmöglichkeiten anbieten?

Haben Sie keine Scheu vor Konflikten mit den Eltern, wenn Sie Ihre Wünsche anmelden.

Schließlich gibt es auch andere Betreuungsmöglichkeiten wie Babysitter. Fitnessstudios bieten manchmal Kinderspielzimmer an. Fällt die Wahl nur deshalb auf die Großeltern, weil Geld knapp ist, könnten sich diese auch mit einem Zuschuss „freikaufen“.

In der Freiwilligkeit liegt die Chance, die Beziehung so zu gestalten, dass für alle Beteiligten der Genuß im Vordergrund steht, sagt Großelternforscherin Roswitha Sommer-Himmel. Wenn Sie den Kontakt mit den Kindern als Spaß und Freude erleben können, lässt sich auch einiger Stress aushalten.

Machen Sie sich klar, dass die Enkel älter, verständnisvoller und vernünftiger werden. Sie können sich dann auch besser in die Bedürfnisse ihrer Großeltern einfühlen.

Uta Alexander