„Diese Pizza ist voll Streber“

Manchmal versteht man kein Wort, wenn Kinder sich unterhalten. Oder man missversteht so einiges. Eine Freundin, die „voll fett“ ist, muss nicht übergewichtig sein. Sie ist einfach nur eine tolle Person. Und Streber ist kein Schimpfwort für den Klassenbesten, sondern wird benutzt, wenn etwas sehr gut ist. Also kann auch eine Pizza „voll Streber“ sein.

Versuche, die Sprache der Kids zu übersetzen, gibt es immer wieder. Einige Lexika der Jugendsprache sind schon erschienen. Doch Erwachsene sollten sich hüten, den Slang zu kopieren. Sie machen sich unglaubwürdig. Sobald die Begriffe zur Alltagskultur werden, sind sie bei den Jugendlichen ohnehin out.

Hier einige Beispiele jugendlicher Sprachakrobatik:

  • am Start sein: etwas Neues, Trendiges haben
  • angepißt sein: verärgert sein
  • auf Naß sein: schnorren
  • auf Pumpe sein: Junkie sein, Heroin spritzen
  • auf sure (sprich: schur): mit Sicherheit, auf jeden Fall
  • Bazongklamotten: geschmacklose Mode
  • Bombe und Killer: wenn etwas richtig gut ist
  • chillen (sprich: dschillen): entspannen
  • Club-Hopping: von Disco zu Disco ziehen
  • Crank (sprich kränk): etwas Verrücktes
  • Da geht der Groove (sprich: gruf) ab: da ist was los
  • das ist fett: das ist toll
  • der Laden ist gepackt: die Disco ist brechend voll
  • down low (sprich: daun lo): deprimiert sein
  • einen Rap (sprich: repp) bringen: ununterbrochen reden
  • einen Schuh machen: abhauen
  • Fake (sprich: fejk): falsch, unecht
  • für lau (= auf duty): kostet nix
  • gasgeben: loslegen, eine Sache anpacken
  • geh bei Grün: bleib entspannt
  • glattgekämmt sein: sehr heruntergekommen
  • getunter Typ: Angeber, Aufschneider
  • grottenschlecht: voll daneben
  • Hacker: abwertend für Aufreißer
  • hypertonisch: gigantisch
  • ich bin total weggebeamt: ich träume gerade
  • ich mach‘ auf Platte: ich bin arbeitslos
  • In der Zone sein: nicht bei der Sache sein
  • jemand ist in your face (sprich: joar fäß): jemand hat es auf dich abgesehen
  • jemand ist real: jemand ist ehrlich
  • jokig (sprich: djschokig): lustig
  • kannst du in die Tonne treten: vergiß es
  • Kiezbotten: Cowboystiefel
  • knattern: Sex haben
  • Koteletts ans Ohr quatschen: jemandem hartnäckig zureden
  • Lappen (=Umbertos): Jungen
  • den Abpfiff machen: gehen
  • laß uns den Lift nehmen: mit dem Auto fahren
  • locker mal ab: spiel dich nicht so auf, bleib cool
  • Looser (sprich: Luser): Niete
  • mach mal ’nen Turn (sprich: törn):hau ab
  • macht mal einen Kreis: hört zu
  • Mantalette: Blondine
  • megamäßig abgespaced (sprich: abgespäßt): mehr als verrückt
  • Nullchecke: dumme Frau
  • Oliba: Typ mit Oberlippenbart
  • On the run (sprich: on se ran): in Eile sein
  • out of time (sprich: aut off teim): nicht mehr in Mode
  • Opfer: Idiot
  • pogen: tanzen
  • Poser: Angeber
  • rumtrashen (sprich: rumträschen): ordentlich Party machen
  • Sackgeld: Kleingeld
  • scenic: einem Trend voraus sein
  • Schlongi/Monk: dämlicher Typ
  • snaken (sprich: snäken): sich anstellen
  • spiel den Ball flach: spiel dich nicht auf
  • straight shooter (sprich: sträjt schuter): ein direkter, ehrlicher Mensch
  • Streber: richtig gut. „Diese Pizza ist voll Streber.“
  • Stuff (sprich: staff): Kleidung
  • stylish (sprich: steilisch): schön
  • Tacken: Markstücke
  • Taxalette: Taxi
  • Touchdown (tatschdaun): Griff ins Klo
  • unterirdisch: niveaulos
  • Umbertas/Ponys: Mädchen
  • Vokuhila: Haarschnitt vorne kurz, hinten lang
  • yummy (sprich: jammie): lecker
  • Zappelbude: Disco

Quelle: Der Weg online http://www.bruhaha.de/jugendsprache.html