Geld: Für den Ferienjob Lohnsteuerkarte besorgen

Ferienjobs sind bei Schülern und Studenten heiß begehrt, vor allem gut bezahlte. Wer einen ergattert, sollte unbedingt vorher prüfen, ob der Verdienst etwa die Ansprüche der Eltern auf Kindergeld gefährdet.

Bisher durften Schüler und Studenten jährlich maximal 8 600 Euro verdienen. Jetzt sind die Verdienstgrenzen etwas angehoben worden. Denn das Verfassungsgericht hat entschieden, dass die Eltern die Sozialversicherungsbeiträge der Kinder geltend machen können (BverfG, AZ: 2 BvR 167/02 vom 11.1. 2005).

Verdienen Schüler und Studenten mehr, müssen ihre Eltern das Kindergeld für das gesamte Jahr zurückzahlen. Darauf weist die Stiftung Warentest hin. Auch andere Freibeträge und Zuschläge der Eltern sind gefährdet, z. B. der Kinder- und Betreuungsfreibetrag.

In einem reinen Ferienjob werden solche Einkommen in der Regel kaum zu erzielen sein. Denn dabei handelt es sich um nicht berufsmäßig ausgeübte Beschäftigungen, die von vornherein auf maximal zwei Monate oder 50 Arbeitstage befristet sind. Wer aber das Jahr über regelmäßig Zeitungen austrägt oder im Supermarkt Regale bestückt und dann zusätzlich in den Ferien jobbt, der könnte auf solche Summen kommen.

Grundsätzlich sind Ferienjobs sozialversicherungsfrei, egal wie hoch der Verdienst ist. Übersteigt das Einkommen den Grundfreibetrag von 7664 Euro jährlich, werden allerdings Steuern fällig. Deshalb müssen sich Schüler und Studenten bei der Gemeinde eine Lohnsteuerkarte besorgen, die sie bei Antritt des Ferienjobs an den Arbeitgeber übergeben. Sie enthält Angaben zu Familienstand, Geburtsdatum, Steuerklasse, Religionszugehörigkeit, gegebenenfalls Anzahl der Kinder.

Ferienjobber haben in der Regel die Steuerklasse eins. Der Arbeitgeber behält dann die entsprechende Lohnsteuer ein und führt sie an das Finanzamt ab.

Vorteil der Ferienarbeit auf Lohnsteuerkarte ist, dass dem Arbeitnehmer auf Antrag die zuviel gezahlte Lohnsteuer zurückerstattet wird. Dazu muss er eine Einkommenssteuererklärung abgeben. Das Ausfüllen ist unkompliziert. Neben persönlichen Daten auf einem vierseitigen Bogen muss man zumeist nur die Eintragungen auf der Lohnsteuerbescheinigung in die Zeilen 2 bis 5 der „Anlage N“ übertragen. Die Lohnsteuerkarte, die man nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, spätestens am Jahresende, vom Arbeitgeber zurückerhalten hat, ist der Steuererklärung beizufügen.

Alternativen zur Arbeit auf Lohnsteuerkarte sind Minijobs bis 400 Euro und geringfügige Beschäftigungen. Doch für Ferienjobber sind sie meist ungeeignet. Zwar sind sie unbürokratisch und man benötigt dafür keine Lohnsteuerkarte, weil die Lohnsteuer vom Arbeitgeber pauschal an das Finanzamt abgeführt wird. Der Nachteil: Die Steuer kann nicht vom Finanzamt zurückgefordert werden.