Das Lebensgefühl der über 45-Jährigen: Nicht mehr jugendfrisch, aber vital und neugierig

Das Lebensgefühl der älteren Menschen hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Das traditionelle Bild von den hinfälligen Großeltern, die die letzten Jahre ihres Lebens in Ruhe genießen wollen, ist überholt. „Heute ist die ältere Generation 45 + zwar nicht mehr jugendfrisch, aber vital“, sagt Peter M. Endres, Vorstandsvorsitzender der KarstadtQuelle Versicherungen. Sie ist selbstbewusst, gelassen und aktiv. Und sie nutzt ganz selbstverständlich moderne Technik und Medien. Eine Email oder SMS zum 65. Geburtstag ist heute nichts Außergewöhnliches mehr.

Das ist das Ergebnis der Studie „Die freie Generation 2006“, die sein Unternehmen bei TNS Emnid in Auftrag gab. Untersucht wurde die Befindlichkeit der über 45-Jährigen in Deutschland. Es sei eine neutrale Studie, betonte Endres, die allerdings dazu beiträgt, die Zielgruppe genauer kennen zu lernen und ihr die entsprechenden Produkte anzubieten. Fast 80 Prozent der Kunden der KarstadtQuelle Versicherungen sind Menschen in der zweiten Lebenshälfte.

Die Studie zeigt: Nicht nur die Altersstruktur der Bevölkerung verändert sich dramatisch. Auch in den Köpfen der Generation 45+ selbst hat ein deutlicher Wandel eingesetzt. Bereits im Jahr 2000 wurden Einstellungen und Lebensgefühl der Menschen ab 45 untersucht. Im Vergleich zu damals zeigt sich: Diese Generation wird spürbar selbstbewusster und gleichzeitig gelassener.

Folgende Haupttrends wurden deutlich:

  • Die heutigen Berufstätigen schätzen ihre Arbeit weitaus mehr als noch vor sechs Jahren, und unbezahlte Überstunden werden in Anbetracht der Arbeitsmarktsituation immer selbstverständlicher.
  • Die 45- bis 55-Jährigen zeigen die Tendenz, für die Kinder zu sparen. Dagegen nutzen die heutigen Rentner (ab 66 Jahren) das Ersparte für sich selbst, um auf Reisen zu gehen, etwas für die Gesundheit zu tun oder auch die Kosten des täglichen Lebens zu bewältigen.
  • Pragmatismus zeigt sich beim Thema „Immobilie gegen Bares“. Mehr als die Hälfte aller befragten Immobilienbesitzer kann sich vorstellen, die eigenen vier Wände im Alter zu verkaufen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.
  • Rund 80 Prozent der über 45-Jährigen fühlen sich genügend abgesichert. Dieser Eindruck entspricht aber keineswegs der Realität, so Endres. Altersvorsorge sei ein wunder Punkt.
  • Das Selbstwertgefühl ist spürbar gestiegen. Man ist sich selbst wichtig und tut etwas für sich: Die Menschen ab 45 kümmern sich aktiv um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden. Fitness und Yoga haben Hochkonjunktur. Die zweite Lebenshälfte wird als aktiver Lebensabschnitt verstanden.
  • Fortbildungen sowie die neuen Kommunikationsmedien (Internet, Handy) stehen hoch im Kurs. Skepsis herrscht jedoch gegenüber dem Einkauf im Internet.
  • Gedanken an Krankheit, Gebrechlichkeit und Pflegebedürftigkeit werden weitgehend verdrängt.