„Sammelsurium für Kinder“ – Fakten, Fakten, Fakten… Aber wozu?

sammelsuriumIch gebe zu, dass ich diesem Kinderbuch einige Aha-Effekte verdanke. Dass sich zum Beispiel die Anzahl der Vorfahren mit jeder Generation verdoppelt, war mir schon klar. Dass es aber nach 30 Generationen über 500 Millionen sind, ist deutlich mehr als ich geraten hätte.

Ich weiß jetzt auch, wer so ziemlich der jüngste Opa der Welt sein dürfte: Nämlich ein gewisser Dale Wright. Er war 29 als sein 14-jähriger Sohn Vater wurde. Da kriegt man in Deutschland fast noch selber Kindergeld.

Vielversprechend las sich zunächst die Liste berühmter Erfindungen der Menschheit, die Autor Philip Kiefer zusammengestellt hat. Sie beginnt 1445 mit dem Buchdruck. 1590 kam das Mikroskop, 1709 das Porzellan, 1817 das Fahrrad. Seit 1826 haben Menschen Fotoapparate, seit 1829 Elektromotoren, seit 1861 Telefone und seit 1895 den Film. 1903 kamen Motorflugzeuge und 1929 das Fernsehen. Als die Liste dann 1997 mit der Erfindung des Gemüse-Hamburgers abbrach, stimmte mich das leicht trübsinnig: Was soll danach noch kommen? Die Bratwurst aus Altpapier?

Für Kinder, die Tatsachen-Freaks sind, hält das Buch aus vielen Wissensgebieten etwas parat. Mädchen und Jungen, die auf spannende Geschichten stehen, dürften meiner Ansicht nach davon enttäuscht sein. Es sei denn, man hat ihnen zu dem einen oder anderen Fakt selbst noch etwas zu erzählen. U.A.

Philip Kiefer, Sammelsurium für Kinder“, Ravensburger Verlag