Recht: Fratzen schneiden gerichtlich untersagt

Ein bayerischer Großvater musste wegen seines Enkels vor Gericht. Der Halbwüchsige machte sich zusammen mit einem Freund einen Spaß daraus, eine Nachbarin zu ärgern. Die beiden schauten vom Garten aus ins Fenster ihrer Parterre-Wohnung und schnitten dabei Grimassen. Was der Großvater offenbar nicht ahnte: kindliche Späße haben Grenzen.

Die Richter am Oberlandesgericht München entschieden, der Jungen-Streich verletze die Eigentümer der Erdgeschosswohnung in ihren Eigentumsrechten. Sie müssten sich derartige Störungen nicht gefallen lassen. Für die Mitbewohner und Miteigentümer gebe es eine Pflicht „zum maßvollen Gebrauch des gemeinschaftlichen Eigentums“. Der benachbarte Wohnungseigentümer und Großvater habe für die Einhaltung dieser Verpflichtung sorgen: Der Enkel, für den er erziehungsberechtigt ist, darf die Nachbarn nicht stören und belauern. (Aktenzeichen: 32 Wx 65/05)