Studie: Kinder sehen wieder optimistischer in die Zukunft

Kinder in Deutschland haben heute weniger Angst vor der Zukunft als noch vor zehn Jahren. Nur noch 40 Prozent der Sechs- bis 14-Jährigen geben an, sie litten unter Ängsten. Vor rund zehn Jahren waren es 56 Prozent. Dies geht aus einer repräsentativen Langzeitstudie des Infocenters der R+V Versicherung hervor. Befragt wurden 923 Mädchen und Jungen durch das Institut für Jugendforschung München (IJF) Synovate.

Am meisten sorgen sich Kinder darum, dass Eltern und Geschwistern etwas Schlimmes passiert (59 Prozent). Jedes zweite Kind hat große Angst, Opfer sexuellen Missbrauchs zu werden (52 Prozent). Die Bedeutung wirtschaftlicher und politischer Themen ist seit 1994 kontinuierlich gesunken. Die Angst vor Umweltverschmutzung sank gegenüber 1994 um 16 Prozent, vor einer Verwicklung Deutschlands in einen Krieg um 23 Prozent auf jeweils 41 Prozent.

Kinder im Osten Deutschlands sind ängstlicher sind als Gleichaltrige im Westen. Dies gilt besonders für das Thema Arbeitslosigkeit und Geldnot in der Familie. Im Westen haben davor 40 Prozent große Angst, im Osten sind es 49 Prozent.

Erstaunlich: Eltern wissen nicht genau über die Ängste ihrer Kinder Bescheid. So unterschätzen die Mütter der befragten Kinder deren Angst bei Themen wie Sittlichkeitsverbrechen, Arbeitslosigkeit und Umweltverschmutzung. Überschätzt wurde dagegen die Furcht der Kinder, dass sie von ihrer Gruppe ausgeschlossen werden.

Um ihren Kindern Ängste zu nehmen, rät die Psychologin Karin Clemens den Eltern, ihnen viel Geborgenheit und eine zuversichtliche Lebenseinstellung zu geben. Natürlich ohne konkrete Gefahren, wie etwa im Straßenverkehr zu verharmlosen.