Russland: Familien stützen Großeltern

Die durchschnittliche Monatsrente liegt bei etwa 50 US-Dollar, ein mittleres Einkommen bei 70 US-Dollar. Die Lebenserwartung ist mit durchschnittlich 64 Jahren erschreckend niedrig.

Viele Großeltern zogen zu ihren Kindern, weil ihre Wohnungen verkauft wurden. Preissteigerungen zwischen 1992 und 1995 vernichteten Ersparnisse. Familien weichen auf die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln aus Datscha (Wochenendhaus) und Garten aus. Man nimmt Zweit- und Dritt-Jobs in der Schattenwirtschaft an. Hier sind auch viele Senioren noch aktiv.

Präsident Putin versprach, bis 2007 die Renten um 20 Prozent anzuheben. Doch selbst dann werden Großeltern auf die Unterstützung der Jungen angewiesen sein. Die Hilfe wird meist bereitwillig gewährt. Russen sind es gewohnt, in Krisenzeiten zusammenzurücken. Zwar verzeichnet das Land gerade ein Wirtschaftswachstum, doch sind die Einnahmen daraus ungleich verteilt. Ein Fünftel der Bevölkerung muss sich mit einem Anteil von nur sechs Prozent begnügen.

(Quellen: russland.RURede Putins zur Lage der Nation 2006Simon Clarke von der Universität WarwirkLandeszentrale für Politische Bildung Berlin)