Geld: Bankkonten für Minderjährige – nicht ohne Zustimmung der Eltern

Mit einem Geldgeschenk kann man eigentlich nichts falsch machen. So werden auch in diesem Jahr bei vielen Kindern neben Spielzeug, Büchern und Süßigkeiten wieder einige Scheine auf dem Geburtstagstisch liegen.

Kleine Kinder unter sieben Jahren müssen das Geld einfach ins Sparschwein stecken. Oder ihre Eltern bitten, es auf der Bank für sie zu deponieren, z.B. auf einem Sparbuch, wo es wenigstens kleine Zinsen abwirft. Denn Minderjährige unter sieben Jahren dürfen noch keine wirksamen Verträge abschließen.

Anders ist das bei Kindern zwischen 7 und 17 Jahren. Sie sind beschränkt geschäftsfähig. Sie können selbst ein Sparbuch einrichten oder ein Sparkonto eröffnen, wenn die Eltern zugestimmt haben. Und zwar müssen Vater und Mutter einverstanden sein. Darauf weist die Verbraucherzentrale Bayern hin. Verweigert ein Elternteil die Zustimmung, ist der Vertrag unwirksam. Alle Geschäfte, die der Minderjährige schon getätigt hatte, sind dann nichtig. So müssen gegebenenfalls Aktien, die der Junior entgegen dem Willen seines Vaters geordert hatte, nicht bezahlt werden. Allerdings sind die Wertpapiere an die Bank zurückzugeben.

Manche Banken, die Jugendlichen Konten und Bankkarten anbieten, berufen sich auf den so genannten Taschengeldparagrafen. Er betrifft Verträge, bei denen keine größeren Geldsummen im Spiel sind. Sie können gewissermaßen über das Taschengeld abgewickelt werden. Doch die meisten Bankgeschäfte gehören nicht dazu, meinen die bayerischen Verbraucherschützer. Lediglich die Einrichtung eines Sparbuches und Abhebungen im Rahmen des Vernünftigen seien erlaubt, wenn die Eltern zugestimmt haben. Aber jedes noch so kleine Kreditgeschäft, auch die Überziehung des Kontos, ist unwirksam. Der Gesetzgeber ist da sehr streng. Bei Kreditgeschäften von Jugendlichen unter 18 Jahren genügt nicht einmal die Zustimmung der Eltern. Zusätzlich muss das Vormundschaftsgericht den Darlehensvertrag genehmigen.

Zahlt die Bank trotzdem einen Kredit aus oder gewährt einen Dispokredit aufs Girokonto, muss der Minderjährige das Geld zurückzahlen. Kann er das nicht, weil er es für einen Urlaub oder andere außergewöhnliche Dinge benutzt hat, geht die Bank leer aus. Auch die Eltern müssen für die Schulden ihres Nachwuchses nicht einstehen, so die Verbraucherzentrale Bayern.

Mit dem 18. Geburtstag ändert sich einiges. Zwar werden früher geschlossene, aber noch nicht wirksame Bankgeschäfte nicht automatisch wirksam. Dazu muss die Genehmigung des nunmehr Volljährigen vorliegen. Nur wenn er sie ausdrücklich nicht genehmigt, werden sie unwirksam und müssen rückabgewickelt werden. Die Verbraucherschützer empfehlen, aktiv zu werden, wenn man aus den alten Verträgen aussteigen will. Wer weiterhin Kontoauszüge entgegennimmt und Rechnungsabschlüsse akzeptiert, erteile damit stillschweigend seine Genehmigung.