Frankreich: Großeltern sind der Bezugspunkt der Familie

Da sich die Familienstrukturen durch Trennungen oder neuen Partnerschaften völlig verändern, werden die jungen Großeltern zum Bindeglied und Bezugspunkt zwischen den Familienmitgliedern.

Sie halten den Kontakt mit den Enkeln und unterstützen ihre Kinder finanziell, da sie über ein höheres Einkommen verfügen. Mit Einladungen zum Essen und Familienfesten halten sie die Verbindungen zwischen den Familienmitgliedern (Urgroßeltern, Geschwistern, Onkel und Tanten) aufrecht und sorgen so für die Kontinuität und Solidarität der Generationen. Die Freude der Franzosen an der Ahnenforschung – einem weit verbreiteten gesellschaftlichen Phänomen – zeigt, wie wichtig ihnen die Zugehörigkeit zu einer Familienlinie und die Erinnerung an die Familiengeschichte ist.

Mehrere Generationen unter einem Dach sind selten geworden, aber nahe beieinander liegende Wohnungen sind für drei Viertel der jungen verheirateten oder unverheirateten Paare selbstverständlich. Im Durchschnitt beträgt die Entfernung zu einem elterlichen Haushalt – meistens zu den Eltern der Frau – weniger als eine halbe Autostunde. Dabei ist die Entfernung kein Hindernis für gemeinsame Treffen, und die Enkelkinder verbringen den schulfreien Mittwoch und das Wochenende bei den am nächsten wohnenden Großeltern, die Schulferien bei den am weitesten entfernten Großeltern.

Häufig treffen sich Familien an einem Zweitwohnsitz, der dann häufig auch als „Familienhaus“ fungiert. Dort trifft sich die geografisch verstreut lebende Familie in jedem Sommer. Am 1. November finden zahlreiche Familientreffen statt, da viele Familien die Gräber ihrer Verstorbenen besuchen. Der November mit Allerheiligen, Totensonntag und dem 11. November ist der Monat der religiösen, familiären und patriotischen Gedenktage.

(Quelle: diplomatie.gouv.fr)