Bleibt unser Enkel ein Gartenmuffel?

Wir haben einen schönen Garten. Als kleines Kind hat unser Enkel hier gern gespielt und uns geholfen. Jetzt, mit zwölf, lässt er sich kaum noch aus dem Haus locken, sondern sitzt lieber am Computer. Ist das eine Phase, die vorübergeht?

Walter Szipinski, Berlin

Ihr Enkel weiß sicher selbst, dass Sie die Veränderung bemerken und darüber traurig sind. Wortreiche Klagen werden an seinem Verhalten aber nichts ändern. Sie führen nur dazu, dass er irgendwann überhaupt nicht mehr kommt.

Ein Zwölfjähriger muss auch nicht an allen Aktivitäten von Oma und Opa teilnehmen. Angebote, die ihm Spaß machen, wird er nicht ausschlagen: Drachen steigen lassen, zum Badesee radeln, ein Ballspiel, ein offenes Feuer.

Gemeinsame Mahlzeiten sollten nicht aus der Mode kommen. Die lassen sich auch gemeinsam vorbereiten. Gut für Sie: kochende Männer sind gerade in Mode. Muten Sie Ihrem Enkel aber nicht nur Kinderleichtes zu.

Bitten Sie den Jungen bei konkreten Gartenarbeiten um Hilfe. Am besten solche, die Ihnen wirklich schwer fallen: Auf der Leiter stehend Kirschen vom Baum ernten, tiefe Pflanzlöcher graben, „Männerarbeiten“ wie Reparaturen an der Laube. Sparen Sie nicht mit Lob, wenn er dabei geschickt ist.

Grund zur Sorge besteht, wenn der Junge generell kontaktarm ist und seine Freizeitaktivitäten sich mehr und mehr auf das Computerspiel beschränken. Machen sie ihn mit netten Gartennachbarn bekannt. Oft haben die exotische Hobbys. Unser Nachbar beispielsweise züchtet Schildkröten. Andere sind Motorradbastler und Autoschrauber.

Laden Sie gelegentlich seine Freunde zu sich ein. Erzählen Sie beiläufig, was Sie Interessantes über Pflanzen und Tiere wissen. Gerade Stadtkinder lassen sich von solcher Begeisterung anstecken.