Telefonieren ist tot, simsen siegt

Zugegeben, als älterer Mensch ohne Brille eine SMS hinzukriegen, will gelernt sein. Und manchmal sind die Finger dicker als als die Tasten. Aber die Mädels von heute mit ihren American Nails haben es auch nicht leicht. Foto: A. Thomas
Das Pew Research Center untersuchte kürzlich in der Studie "Americans and Text Messaging" die Gegenwart und Zukunft des Telefonierens. Erstaunt stellten die Wissenschaftler der renommierten Denk-Fabik fest, dass persönlicher Anrufe zunehmend unbeliebter werden. Textnachrichten sind die bevorzugte Kommunikationsart.
Die Studie lief zwar in Amerika. Aber was sich dort an Tendenzen zeigt, lässt erfahrungsgemäß bei uns in Deutschland auch nicht mehr lange auf sich warten. Also, Tippen üben, Omas und Opas! Wer mit SMS und E-Mail auf Kriegsfuß ist, kommt zur Enkel-Generation schlechter durch.
Die Fragestellung:
Für die Studie „Americans and Text Messaging" wurden 2277 junge Erwachsene über 18 befragt, ob sie lieber angerufen werden, oder eine SMS erhalten. Außerdem ging es um die Menge an Textnachrichten, die sie pro Tag durchschnittlich verfassen bzw. lesen.
Ergebnis:
31% der Befragten erhalten lieber Textnachrichten statt angerufen zu werden, nur wenige ziehen ein persönliches Telefongespräch tatsächlich vor. Die Jugendlichen zwischen 18 und 24 Jahren tauschen außerdem täglich durchschnittlich mehr als 100 SMS-Nachrichten aus, d.h. sie versenden und bis zu 50 "messages" am Tag.
Gründe:
Textnachrichten sind distanzierter als ein persönliches Gespräch. Sie sind leise, sie stören Dritte nicht. Sie kosten weniger Überwindung und geben dem Empfänger der Botschaft mehr Zeit zum Antworten und Überlegen. Nach Meinung von Studie-Autor Clive Thompson wird das Telefonat deshalb mehr und mehr von E-Mail und SMS verdrängt.


