Wegweiser für den Umgang nach Trennung und Scheidung

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Der Wegweiser ist zum Downloaden verfügbar.

Das blaue Büchlein konnte früher bei der Deutschen Liga für das Kind, dem Deutschen Kinderschutzbund und dem Verband Alleinerziehender Mütter und Väter bestellt werden. Inzwischen ist es vergriffen, was für seine Qualität und die hohe Nachfrage spricht. Aber es gibt den Wegweiser hier zum Herunterladen.

Das lohnt sich auch für Großeltern, denn es gibt fundierte Auskünfte über die Rolle der Großeltern nach der Trennung ihrer erwachsenen Kinder.

Geschiedene Mütter und Väter haben viel mit sich selbst zu tun. Enttäuschung, Trauer und Wut über die gescheiterte Liebe beherrschen ihre Gedanken. Das Kind erlebt während dessen den Zusammenbruch seiner Welt. Nicht selten werden die Koffer gepackt und es zieht weg von alten Freunden, Kita oder Schule.

In dieser Situation können Großeltern die Wucht der Veränderungen abfedern, die auf ihr Enkelkind einstürmen. Voraussetzung ist, dass es schon vorher eine vertraute Beziehung gab. Bei Oma und Opa herrscht weiter der gewohnte Alltag,- für das Kind eine Atempause. Hier kann es auch seine Gefühle über die Trennung der Eltern loswerden. Denn mit Mutter oder Vater über deren gescheiterte Beziehung zu sprechen, überfordert Kinder oft. Vor allem, wenn beide unterschiedliche Gründe für die Trennung vorbringen oder gar dem anderen die Schuld geben.

Der „Wegweiser“ geht darauf ein, wie Großeltern Umgang mit dem Enkelkind überhaupt gewährt bekommen. Nämlich nur durch Gespräche mit den Eltern. Ihnen muss der Wunsch nach Umgang so angetragen werden, dass sie zustimmen können. Das ist eine Gratwanderung in dieser sensiblen Phase, in der mit dem Partner manchmal dessen gesamte Familie entsorgt zu werden droht.

Behutsamkeit ist ohnehin geboten, auch mit Blick auf das Kind. Jeglicher Aktionismus gilt als verkehrt. Überzogene Geschenke, tägliche Anrufe oder Überraschungsbesuche überfordern das Kind und den Elternteil, bei dem es nun lebt. Die Großeltern sollten sich weitgehend so verhalten wie vor der Trennung. Gegenüber den Eltern haben sie eine Wohlverhaltenspflicht, d.h., sie dürfen Kinder nicht in Loyalitätskonflikte stürzen, indem sie für Mutter oder Vater Partei ergreifen. Das ist schwierig, aber nicht unmöglich nach der Lektüre des Wegweisers. Er ist ausgesprochen friedensstiftend. Anhand von Beispielen wird gezeigt, wie geschiedene Eltern bei Meinungsverschiedenheiten einlenkten, verhandelten und zu Lösungen im interesse des Kindes kamen.

Auch andere Passagen des Wegweisers sind lesenswert für Großeltern. So der Abschnitt über Verhaltensauffälligkeiten von Scheidungskindern. Diese werden von der ganzen Familie aufmerksamer denn je beobachtet, um dann „negative Veränderungen“ dem Elternteil anzulasten, bei dem das Kind nun lebt. Tatsache ist jedoch, dass die Grundlagen für die Auffälligkeiten in den meisten Fällen bereits vor der Trennung gelegt wurden.

Veröffentlicht am 4. Juni 2010. (610 Tage alt) in Buchtipps
 

„Stimmts, Opa“, sagte Anton gestern dicht an meinem Ohr, „das Leben ist ungerecht.“ „Und gefährlich, Alter!“, ranzte ich ihn wütend an. Der Kerl hatte mich aus dem schönsten Schlummer geschreckt.

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kussmann