Bücher schon für’s Baby?

Marina kann noch nicht laufen. Aber in bunten Büchern "blättern" schon. Foto: C. Schmitt-Schablitzki
Wann ist ein Kind alt genug für ein erstes Buch? Wann kann man ihm vorlesen?
ab 3 Monaten! Sobald ein Baby greifen kann, etwa mit 3 Monaten, hat es Spaß an einem ersten Buch, sagen Experten der Stiftung Lesen.
(Mein erstes Kuschelbuch- bestens geeignet zum Zerlesen und Zerliebt-Werden)
Noch sind die Bücher aus Stoff oder Wachstuch, also „bissfest“, knautschbar, waschbar, strapazierfähig. Damit ähneln sie dem Spielzeug. Aber sie zeigen Dinge, die das Kind lebhaft interessieren: Teddy, Ente, Ball, Flasche... Das macht sie zum Buch. Das gemeinsame Betrachten und Benennen der Gegenstände durch einen "Vorleser" fördert die Sprachentwicklung.
(Käthe-Kruse-Stoffbuch "Kleines Lamm")
Mit 6 Monaten: Jetzt sind „Fühlbücher“ willkommen. Mit klaren Farben, aus verschiedenen Stoffen, gern auch mit verschiedenen Greifelementen, wie Knöpfe oder Laschen. Die Bücher dürfen gern rasseln, quietschen oder knistern. Aber das muss gar nicht sein. Angucken reicht schon. Am besten, der Buchheld, z.B. Teddy, erlebt Geschichten, die Baby kennt: Schaukeln, Baden, mit Gute-Nacht-Kuss schlafen gehen... Solche kleinen Alltags-Abenteuer versteht das Kind. Sie eigenen sich zum Drüber-Reden, immer und immer wieder. Gern auch mit Oma oder Opa.
(Klopf an! - rasch spielt das Kind mit und spricht kurze Sätze nach)
Ab 1 Jahr: Der Lebensraum des Kindes hat sich erweitert. Es kennt Küche, Spielplatz, Keller, Kaufhaus, Wald und Wiese... Seine Bücher werden nun vielfältiger. Mehr Gegenstände tauchen auf, die benannt werden können, eingebettet in kleine Geschichten, z.B. über Tiere auf dem Bauernhof. Bücher mit Spielwitz bieten sich ein, z.B. mit Löchern, durch die man schauen bzw. in die man den Finger stecken kann.
(Unser Baby - Mit Hilfe eines Buches lässt sich vieles leicht begreiflich machen. Zum Beispiel, dass noch ein Geschwisterchen kommt)
Zwischen 2 und 3 Jahren: Ein Zelt ist ein Dreieck, ein Marienkäfer hat Punkte ... Spielerisch entdeckt das Kind jetzt die Welt der Zahlen und Formen. Kleine „Sachbücher“ sind angebracht, gern in Kombination mit Puzzles. Kreise und Quadrate lassen sich benennen, Farben unterscheiden... Auch über Gefühle lernt das Kind zu sprechen, wenn die Bücherhelden lachen oder weinen, Verstecktes suchen oder Freunde finden. Der einmal geweckte Lesespaß hält sich ein Leben lang.
Was genau bewirkt das frühe Vorlesen?
Es fördert Fantasie und Kreativität. Denn das Vorlesen erzeugt Bilder im Kopf, die die Vorstellungskraft stärken. In der Regel beginnen Kinder im Alter von einem Jahr mit dem Sprechen und sie können kurz vor dem 2. Geburtstag schon eine Menge Wörter sagen. Am Ende des dritten Lebensjahres hat ein Kind sogar weitgehend die Grammatik seiner Muttersprache gelernt. Es hilft, wenn Eltern und Großeltern viel mit dem Kindern sprechen. Bilderbücher liefern Themen und führen zu einem lebhaften Austausch zwischen dem Vorlesenden und dem Kind. Sprache und Fantasie entwickeln sich.
So macht das Vorlesen Freude:
- zuerst einen gemütlichen, ungestörten Ort finden: Sofaecke, Bett an Babys Bett, Gartenlaube ... Es sollte immer derselbe sein.
- dann die richtige Zeit: Vorm Schlafengehen, nach dem Abholen aus der Kita, früh, wenn noch alle anderen schlafen... Machen Sie ein Ritual daraus, auf das sich das Kind im Voraus freut.
- das Buch soll zum Kind passen: kurz und überschaubar für die Kleinen, lang, verzwickt und mit Fortsetzungen für die Großen
- Abwechslung ist gut. Mal ein Märchen, mal Science fiction, mal ein Sachbuch, mal Gedichte oder Reime
- Zwischenfragen des Kindes zeugen von Interesse. Gehen Sie darauf ein. Schweifen Sie ab. Beim Vorlesen geht es nicht nur um die Geschichte, sondern auch um Zuwendung und Austausch.
- Eine Geschichte ist niemal vorbei, wenn sie „ausgelesen“ ist. Im Gegenteil. Wenn Sie mit dem Kind drüber reden, fängt sie erst richtig an.
- Illustration ist wichtig. Wenn die Bilder das Kind nicht ansprechen – vergessen Sie das Buch!
- Das Kind ist der Bestimmer. Es darf sich „seine“ Vorlese-Geschichte aussuchen. Nur wenn die dem Vorleser total gegen den Strich geht, darf er/sie sich verweigern
- Entweder Sie lesen – oder nicht. Wer mit den Gedanken woanders ist, sollte keinem Kind vorlesen.
Bücher sind nicht automatisch besser als Fernsehen. Manchmal ist ein Film der Einstieg zum Lesen. Nur eins ist klar: Gleichzeitig geht nicht. Beim Vorlesen bleiben Fernseher und Radio aus.
Wortschätze heben! - alltagstaugliche Tipps für Eltern und Großeltern zur frühen sprachlichen Förderung von Kindern, Broschüre zum Herunterladen
Singen Sie mit Ihrem Enkelkind - Wiegenlieder zum Herunterladen und Nachsingen, mit Text. Teilweise anspruchsvoll, aber wunderbar poetisch.
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