Oma Colorado, 3 Jahre und acht Monate später

Beidhändig schieben und dabei "einen Sack Flöhe hüten" will gelernt sein! Christine beim Spaziergang im geliebten Park mit Marina (3) und Sonja (1). Foto: privat
Auf den Tag genau so alt wie unser Magazin ist Marina Kristin, die Enkeltochter von Christine Schmitt-Schablitzki. GrosselternReport begleitet die beiden und berichtet - in längeren Abständen - darüber, was in einem Oma-Leben so alles vorkommt. Seit Februar 2009 ist die kleine Sonja die dritte im Bunde.
Christine Schmitt-Schablitzki, Anfang 70, lebt mit ihrem Partner im Taunus in der Nähe von Frankfurt am Main. Die gelernte Verlagskauffrau hat einen Sohn, ist belesen, reiselustig und leidenschaftliche Camperin. Wir trafen sie im Chat des Seniorentreffs, wo sie unter dem Nickname „Colorado“ bekannt ist.
(Christine Schmitt-Schablitzki zuhause. Foto: privat)
Oma Colorado schickte uns zum Jahresbeginn Grüße und Fotos ihrer beiden Enkeltöchter. Darauf ist Herbst. Nanu? Warum?
Christine: „Der viele Schnee ist schuld! Ich hab’ das Auto stehen lassen und war seltener als sonst bei meinen Kindern.“ Oft genug aber, um sich an der Jüngsten zu freuen: „Sie wird nun bald ein Jahr alt und lässt sich allmählich von mir auf den Arm nehmen ohne zu weinen.“ Traurig war Christine über das Fremdeln nie. Da die andere Oma täglich da ist, sei diese nun mal die engere Vertraute.
Christine, die selbst nur einen Sohn hatte, beobachtet erstaunt, wie unterschiedlich sich seine beiden kleinen Töchter entwickeln: „Sonja sah schon anfangs anders aus als Marina. Sie hatte dunkleres Haar und eine schwer zu bestimmende Augenfarbe. Nun sind sich die Schwestern zwar ähnlich – beide blauäugig und blond - , aber Sonja hat ein deutlich anderes Temperament.“
Unterwegs im Kinderwagen muss Christine aufpassen, dass das quirlige Mädchen nicht aus dem Kinderwagen fällt: „Sie möchte so gern aufstehen! Marina sah sich in diesem Alter beschaulich in der Gegend um.“ Das Großmutter-Dasein ist etwas anstrengender geworden. Die Kleine will laufen und die Welt erkunden, und „geht an alles ran“. Christine: „Ich darf sie nicht aus den Augen lassen und muss alles Gefährliche beiseite stellen. Ein warnendes Nein reicht bei diesem kleinen Energiebündel nicht aus. Als meine Kinder neulich bei mir waren und dann um 16 Uhr wieder gingen, war ich total geschafft!“
Sehr viel leichter allerdings scheint es mit dem Essen zu werden. Die Sorge, ob sie nicht manchmal zu wenig isst, wie ihre große Schwester, wird man bei Sonja wohl vergessen können, glaubt ihre Großmutter. In der Küche schnappt sich das Kind, das gerade einmal stehen kann, in unbeobachteten Momenten sogar Lebensmittel vom Tisch. Christine: „Marina stochert auf ihrem Teller herum. Die Kleine verputzt alles, was drauf ist. Appetit ist also nicht Erziehungssache! “

(Kleine Schwester auf Papas Arm, große Schwester auf eigenen Beinen. Sonjas Taufe im Januar 2010, Fotos: privat)
Fest vorgenommen für die nächste Zeit hat sich „Oma Colorado“ vor allem, zwischen den Schwestern auszugleichen: „Das neue Familienmitglied zieht natürlich jetzt mehr Aufmerksamkeit auf sich. Besucher sprechen das Baby an, scherzen und lachen mit der Kleinen. Marina ist deswegen eifersüchtig, verständlich. Ich sehe das natürlich und schenke ihr nicht weniger Beachtung als bisher. Marina soll die Gewissheit haben: zwischen uns beiden bleibt alles beim Alten!“
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