Großeltern der verhungerten Sarah kämpfen um ihren Bruder

Nach dem Tod ihrer Enkelin Sarah (3), die unter den Augen ihrer Eltern Patrick und Angela im August 2009 verhungerte, kämpfen die Großeltern väterlicherseits jetzt um die Vormundschaft für Sarahs Bruder. Der anderthalb Jahre ältere Dominik lebt seit dem tragischen Vorfall bei ihnen. Er ist, anders als Sarah, nicht der leibliche Enkel, aber ein innig geliebtes Kind. Er wolle dem Jungen eine Zukunft im Heim ersparen, sagte der Großvater. Kindesmutter Angela wünscht sich eine Vormundschaft der Großeltern. Mehr dazu

Diese Haltung ist beachtlich. Denn nach dem Tod des kleinen Mädchens hatten die Großeltern Vorwürfe gegen die Mutter erhoben. Die 26-Jährige sei aggressiv und aufbrausend gewesen, das Verhältnis zu ihr schwierig. Sie habe das Mädchen faktisch versteckt. Während der vierjährige Bruder oft bei den Großeltern zu Besuch gewesen sei, habe es bei der Dreijährigen immer geheißen, sie sei zum Spielen bei Freunden oder krank. Sie hätten den Bruder immer unten an der Straße abholen müssen und seien gar nicht in die Wohnung gekommen. Mehr dazu

Die Betroffenheit nach dem Tod der Dreijährigen in einer Kleinstadt bei Nürnberg war bundesweit groß. Außenstehende sollten sich kein Urteil erlauben solange noch Ermittlungen zur Schuldfähigkeit der Eltern laufen. Fest steht jedoch eines: Wären die Großeltern der Kinder weniger auf Distanz gehalten worden, hätten sie helfend eingreifen können und vielleicht sogar das Schlimmste verhindert.

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Veröffentlicht am 5. Januar 2010. (245 Tage alt) in Vorgestellt
 

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kussmann