MEINE GROSSELTERN Erinnerungsbüro zurück in der Schweiz

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Der Enkel, der über seine Großmutter Flavia erzählte, kannte sie als ältere Frau. Sie als junges schönes Mädchen zu sehen, hier eine Aufnahme von 1948, warf ein neues Licht auf die Vorstellung, die er von ihr hatte. (Foto: privat/M.Staub)

Nach den Gastspielen bei den Wiener Festwochen und am Festival Theaterformen in Hannover macht das Erinnerungsbüro jetzt am Theater Chur Station.

Das Langzeitprojekt «Meine Grosseltern» von Mats Staub ist seit Frühjahr 2008 in verschiedenen Städten Europas zu Gast. Im «Erinnerungsbüro» sammelt und archiviert Staub Geschichten über Grosseltern, von deren Enkeln und Enkelinnen erzählt, und präsentiert diese in einer audiovisuellen Installation. Auch in Chur ist das Publikum eingeladen, das Projekt mit eigenen Erinnerungen an die Grosseltern zu erweitern.

Bislang hat Mats Staub Gespräche mit gut 250 Enkelinnen und Enkel geführt – die gesammelten Fotografien zeigen jeweils deren Grosseltern in jungen Jahren. An jedem Ort wächst die Sammlung weiter: Im Theater Chur werden eine Auswahl aus dem reichhaltigen Fundus sowie in Chur gesammelte Geschichten präsentiert. Die Gespräche wurden von Mats Staub bearbeitet und auf iPods übertragen – die Besucherinnen und Besucher können sich damit frei und individuell durch die gespeicherten, lückenhaften Erinnerungen bewegen. Die Installation im Foyer und Seitenfoyer lädt mit gemütlichen Sofas zum Verweilen und Wiederkehren ein: die Gesamthördauer der präsentierten Geschichten beträgt gut zwölf Stunden. Sie erzählen von weltweit verzweigten Lebensläufen – vor allem aber evoziert «Meine Grosseltern» persönliche Fragen nach Herkunft, Überlieferung, Erinnern und Vergessen, nach dem Verhältnis von Familiengeschichte zur Weltgeschichte, von Geschichten zur so genannten Wahrheit.

Theater Chur, 14. November (Eröffnung) – 5. Dezember 2009

  • Öffnungszeiten: MO - FR jeweils 17 - 19 Uhr.
  • An Vorstellungstagen zusätzlich 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn.

Wer selbst von seinen Grosseltern erzählen möchte, kann sich an der Theke des Erinnerungsbüros im Theater Chur melden. Oder per Mail an: dijoerg@bluewin.ch

Veröffentlicht am 14. November 2009. (296 Tage alt) in Vorgestellt
 

„Stimmts, Opa“, sagte Anton gestern dicht an meinem Ohr, „das Leben ist ungerecht.“ „Und gefährlich, Alter!“, ranzte ich ihn wütend an. Der Kerl hatte mich aus dem schönsten Schlummer geschreckt.

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kussmann