Das Großelternbuch

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Ein auf eigene Erfahrungen gestützter Ratgeber darüber, wie man es schafft, als Oma geliebt zu werden und erwünscht zu sein.

Die Autorin (und Ärztin) Miriam Stoppard ist Engländerin. Vornehme Zurückhaltung liegt ihr also im Blut. Und die ist die Grundtugend einer Oma.

Warum? Weil man kein "gottgegebenes Mitbestimmungsrecht" hat und nicht die "oberste moralische Instanz der Familie" ist, sagt die zehnfache Großmutter. Zwar schaffe man es als älterer Mensch, den Jungen seinen Willen aufzudrängen, aber im Recht sei man damit noch lange nicht. Jede Generation darf eigene Fehler machen. Auch die Ratgeberin setzte sich als junge Frau gegen ihre Mutter durch. "Wenn man sich das klar gemacht hat (dass man eventuell nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit sein könnte. d.R.), ist man als Oma schon sehr weit", findet Stoppard.

Obwohl sie eigene Kinder (und Stiefkinder) großgezogen hatte, sah sie sich als Großmutter unverhofft wieder als blutige Anfängerin. Wie sie es schaffte, eine in der Familie heiß geliebte Oma zu werden, die ihre Enkel so oft sehen kann wie sie nur will, erzählt dieses Buch. Auch anhand von Beispielen aus einem Kummerkasten, den Miriam Stoppard betreute.

Der wundeste Punkt in Großeltern-Eltern-Beziehungen ist der Umgang mit Kritik."Erwachsene Kinder sind als Eltern unsicher und sich ihrer Fehler und Schwächen bewusst. Man muss nicht noch die Finger in die Wunde legen", warnt Stoppard. Sie machte lieber großzügig Komplimente über elterliches Bemühen und erntete dafür erntete Dank und Vertrauen. Wer herummeckert, kriegt irgendwann einfach nichts mehr erzählt. Miriam Stoppard wurde von ihren Kindern statt dessen völlig selbstverständlich um Rat gefragt, was zweifellos die höchste Weihe einer Großmutter ist.

Gedanken über "Großeltern an sich" nehmen einen großen Platz im Buch ein. Stoppard glaubt, die Ur-Eltern hätten eine echte evolutionäre Funktion. Dass Großmütter (im statistischen Durchschnitt) genau dann sterben, wenn ihre Töchter unfruchtbar werden, sieht sie als einen Beweis dafür. Eine ungewöhnliche Theorie. Aber abgesehen davon sind Großeltern

  • "menschlicher Mörtel", der die Familien zusammenhält
  • "Kulturdenkmäler" und "Friedensengel"
  • erst in dieser Lebensphase fähig zu erkennen, was die eigenen Kinder für Menschen sind...

... findet sie. Erst mit dem Großeltern-Sein vollende sich der Lebenszyklus. Konkret sehe die Großelternrolle für jedes Kind anders aus. Innerhalb der Familie gebe es immer ein "Ranking" der Familienmitglieder. So kann es passieren, dass man für ein Kind als Oma die Nummer 3 ist, für ein anderes aber nur Nummer 1, während man für dessen Eltern wesentlich unwichtiger ist als die Schwiegereltern. Genauso könne man plötzlich bemerken, dass man sich zu dem einen Enkel mehr hingezogen fühlt als zu einem anderen. Sehr verwirrend, aber so ist das Leben. Eine gewisse "Chamäleonfähigkeit" und Fingerspitzengefühl sind also als dienstältestes Familienmitglied gefragt.

Folgendes kann man tun, um Wunden zu heilen:

  • sich entschuldigen
  • vergessen
  • den ersten Schritt tun
  • übersehen, was einen regelmäßig ärgert
  • vermitteln
  • die Grenzen respektieren, die die Kinder setzen
  • trotz Zank in Verbindung bleiben

Der schönste Satz des Buches: "Nie war mein Bewusstsein so geschärft für den Rhythmus des Lebens (wie als Großmutter) und meine Dankbarkeit dafür so groß." Wer sich selbst aufs Oma-Werden einschwören oder seiner Rolle für die Familie bewusst werden will, greife zu Frau Stoppard. Uta Alexander

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Veröffentlicht am 11. November 2009. (815 Tage alt) in Buchtipps
 

„Stimmts, Opa“, sagte Anton gestern dicht an meinem Ohr, „das Leben ist ungerecht.“ „Und gefährlich, Alter!“, ranzte ich ihn wütend an. Der Kerl hatte mich aus dem schönsten Schlummer geschreckt.

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kussmann