Immer wieder Ärger mit Geschenken

Dsc_3791_2
Wer zum Besuch des Weihnachtsmarktes einlädt, setzt auf das richtige Pferd. Teenager ziehen allerdings am liebsten mit Gleichaltrigen los. (Foto: A. Thomas)

Zum Weihnachtsfest wollen Großeltern Dinge verschenken, die die Enkel so richtig strahlen lassen. Und nicht nur das. Am liebsten sollen auch die Eltern anerkennend nicken: „Das habt ihr toll ausgesucht!“ Groß ist die Enttäuschung, wenn nichts davon klappt. Und das passiert gar nicht so selten. Immer wieder Weihnachten gibt es Ärger mit Geschenken.

Hier kommen vier klassische Geschenke-Patzer und ein paar Tipps, wie man sie vermeiden kann:

1. Das Geschenk kommt beim Kind nicht gut an. Es schaut kurz drauf und legt es beiseite.

Mögliche Ursachen:

  • Die Großeltern hinken der Zeit hinterher. Das Geschenk ist nicht altersgerecht
  • Die Großeltern ignorieren bewusst, was derzeit „angesagt“ ist. (Schenken vernünftigen Rucksack statt Tussy-Tasche für die Disco) Das Kind fühlt sich unverstanden und belehrt.
  • Die Großeltern verletzten unbewusst die Gleichbehandlung. Das Kind fühlt sich zurückgesetzt: Das Geschenk der Schwester ist viel toller. Dass es genauso teuer war, spielt keine Rolle.
  • Das Kind hatte den Großeltern einen Herzenswunsch anvertraut und gehofft, dass dieser erfüllt wird.

Das können Sie tun:

  • Ignorieren Sie die Zeichen der Enttäuschung nicht. Das Kind darf sagen, dass das Geschenk nicht das Richtige ist. Seien sie nicht beleidigt, sondern tauschen es um, vielleicht sogar gemeinsam.
  • Vorbeugend: Geschenke nicht auf Vorrat und zu früh kaufen, kindliche Interessen wechseln rasch. Bei Geschwistern und Freunden des Kindes vorfühlen. Kinder-Kenner befragen: Kita-Erzieher, Fachverkäufer. Eindeutigen Wunschzettel verlangen. Geschwistern ggf. Sachen doppelt kaufen, so wie es bei Zwillingen häufig gemacht wird.
  • Niemals Geschenkversprechungen machen und sie dann nicht einhalten. Was versprochen ist, gehört unterm Baum!

2.: Die Eltern des Kindes sind über das Geschenk entsetzt und stinksauer. (Beispiel: Spielzeugpistole)

Mögliche Ursachen:

  • Die Großeltern haben mit ihrem Geschenk das Geschenk der Eltern übertrumpft. Diese fühlen sich gedemütigt.
  • Die Großeltern wählten ein Geschenk, das die pädagogischen Grundsätze der Eltern mit Füßen tritt,vom Kind aber gewünscht wird, z.B. Plastikmonster, Barbie
  • Das Geschenk foltert Augen und/oder Ohren der Eltern (Polizeiauto mit Sirene, Spielzeugtrommel, "Niedliches" fürs Kinderzimmer)

Das können Sie tun:

  • Entschuldigen Sie sich, selbst wenn die Reaktion der Eltern um des lieben Friedens willen gedämpft ist. Überlegen sie gemeinsam, was nun mit dem Geschenk passieren soll.
  • Vorbeugend: Sprechen Sie sich beim nächsten Mal miteinander ab, legen Sie bei großen Anschaffungen zusammen.
  • Finden Sie rechtzeitig vor dem Fest heraus, welche Dinge die Eltern für ihr Kind niemals tolerieren würden (z.b. Kriegsspielzeug, Süßigkeiten bestimmter Marken, Kleidung bestimmter Firmen) und rebellieren Sie nicht dagegen.

3: Die anderen Großeltern sind auf einmal so komisch...

Mögliche Ursachen:

  • Sie stellten deren Geschenk in den Schatten, schlimmstenfalls sogar absichtlich. Die anderen Großeltern sind enttäuscht und fühlen sich klein gemacht.

Das können Sie tun:

  • Es ignorieren, ins Scherzhafte ziehen, als Ausnahme darstellen und versuchen, es nie wieder zu tun. Das andere Geschenk loben.
  • Vorbeugend: Auch mit den Schwieger-Großeltern eine Geschenk-Absprache treffen, um Wettkampf und Geschenkeflut im Interesse der Enkel zu vermeiden.

4.: Das Geschenk kommt nicht als Geschenk an, sondern als Selbstverständlichkeit. (Beispiel: Winterjacke, Schulbuch)

Mögliche Ursachen:

  • Die Großeltern unterschätzten den Spaß-Faktor. Sie wollten vernünftig sein und schenkten etwas, was gebraucht wird. Das Kind denkt: Diese Sachen hätte ich sowieso bekommen!
  • Das Geschenk ist „unsichtbar“, z.B. eine Überweisung aufs Konto, eine Geldanlage oder Versicherung, ein Gutschein.

Das können Sie tun:

  • Ergänzen Sie die "Vernunftgeschenke" immer um eine kleine Beigabe für die Seele, z.B. zum großen Englischwörterbuch „Die wichtigsten Schimpfworte auf Englisch“ als kleine Paperback-Ausgabe.
  • Bei Kleidungsstücken, die sowieso fällig waren: Vereinbaren Sie einen Einkaufstag, an dem Sie mit dem Kind ein paar Accessoires anschaffen gehen, passend zum Geschenk (z.B. Mütze zum Wintermantel). Nach dem Shoppen gehen Sie gemeinsam Eisessen und/oder ins Kino.

Das könnte Sie auch interessieren:

Das schöne Zitat zum Thema:

  • Das richtige Geschenk für ein fremdes Kind zu finden ist alles andere als trivial. Man muss sich nicht nur überlegen, worüber sich das Kind freuen würde, sondern auch, wofür einen die Eltern hassen könnten. Denn Präsente fürs Kind haben oft jahrelang Auswirkungen auf Papa und Mama. (aus ZeitOnline , Test v. Lego Mindstorms)
Veröffentlicht am 16. Dezember 2009. (264 Tage alt) in Ratgeber
 

„Stimmts, Opa“, sagte Anton gestern dicht an meinem Ohr, „das Leben ist ungerecht.“ „Und gefährlich, Alter!“, ranzte ich ihn wütend an. Der Kerl hatte mich aus dem schönsten Schlummer geschreckt.

weiter

kussmann