Kalenderplage 2010

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Es wird Herbst. Die ersten Lebkuchen überfluten die Supermärkte. Buchhändler hängen die Kalender für's kommende Jahr heraus. GroßelternReport streifte schon mal durch die Reihen mit den Familienplanern: gucken, ob darin auch an Omas und Opas gedacht ist. Denn die gehören doch zur Familie, oder?

Aha: Nette Geste. Schutzengel sind schon reduziert. Vielleicht, weil sie auf den Kalendern des Jahres 2010 geradezu inflationär vorkommen:

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Hier ein Planer für Familien, in denen sich Mama und Papa demokratisch locker mit Vornamen angereden lassen. Papa Gregor, so lässig er sich auch gibt, hat aber doch einen Hang zum Elitären: Er spielt Golf (!), mittags um zwölf (!!):

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Die "Macher" des folgenden Kalenders dachten an eine Modellfamilie mit nur einem Kind: Bernd und Isa, dem Namen nach schon etwas ältere Eltern, und ihr einziger Sohn Peter. Mit dem Namen hat der Junge noch Glück gehabt. Aber der Ärmste muss jeden Freitag(!) um 18 Uhr(!) zum Training.

In der freien Kalender-Spalte hätte man nun bequem Omas und Opas Aktivitäten unterbringen können. Zum Beispiel, um zu wissen, wann sie für Peter Zeit hätten. Aber nö!! Wichtiger ist es, Geburtstage nicht zu vergessen:

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Mit vier Kindern ist man eine XL-Familie. Mit noch mehr Kindern, sh. unten, eine XXL-Familie:

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Noch mehr Xe sähen nicht gut aus und ein achtspaltiger Familienplaner hätte jeden Verlag ruiniert. Ein Exempar für Ursula v.d. Leyen und ein paar Exemplare für Leute mit Migrationshintergrund ... und der Rest der Auflage wäre liegen geblieben. Also nennt man den Achtspalter "Superplaner" ( sh. unten) und empfiehlt ihn nicht nur für Familien, sondern auch für WGs, Werkstätten und Schwesternzimmer:

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Wieder nix mit Omma. Dafür kommen hier Familientermine mit Mondphasen. Wahrscheinlich für Schlafwandler:

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Kalender, in denen Spalten explizit für Omas und Opas vorgesehen sind, sind so selten wie ein vierblättriges Kleeblatt. Wieso eigentlich? Die meisten Familien haben doch mehr Großeltern als Kinder, nämlich bis zu sechs.

Wir fanden immerhin ein Exemplar mit einer Spalte für eine Großmutter. Diese scheint allerdings bereits zu kränkeln. Ihre erste Amtshandlung 2010 ist ein Arztbesuch. Sonst hat sie nix vor, wie man sieht:

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Kalender für Alte versprechen eigentlich ein gutes Geschäft. Bei ihnen kann man darauf hoffen, dass sie elektronischen Planer noch nicht voll vertrauen.

Also haben sich die Kalendermacher für die 50-Plus-Zielgruppe z.B. den unglaublich originellen "Planer für den (Un)Ruhestand" ausgedacht (sh. unten). Schon das Wort lässt niedrigen Blutdruck zuverlässig steigen. Und auch sonst nervt das Produkt: Es gibt brave Beschäftigungen vor, wie sie die "Gesundheitskasse" in Ratgebern empfiehlt: Gymnastik, Ausflüge, Tennis...

Eine Garantie ist das nicht: Auch in den Unruheplaner hat sich ein Arztermin eingeschlichen. Oder wer ist Dr. Müller? Einmal ist um 17 Uhr ein gewisser Michael abzuholen. Hoffentlich der Enkel.

Christa und Moni sind auf jeden Fall erwachsen. Kein Mensch nennt mehr seine Kinder so. Warum trifft Oma die beiden Frauen eigentlich nicht, während Opa beim Stammtisch hockt?

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Hier (unten) sitzen Oma und Opa allein da und haben absolut nix vor. Kleinfamilien könnten sich diesen Kalender als Ergänzung neben ihren Basic-Planer hängen. Oder gleich zwei davon. Einen für die Eltern, einen für die Schwiegereltern:

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Einige besonders mutige Kalender bringen betagte Menschen auf die Titelseite, allerdings nur Männer:

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Hier ein Kalender-Mann mit etwas mehr Haaren:

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Auch werden typische Hobbys älterer Menschen aufgegriffen und kalendertechnisch umgesetzt, z.B. das Sammeln von Staubfängern:

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Oder die Suche nach Motiven für die Seidenmalerei:

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Oder Esoterik:

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Das Selbstbewusstsein der Senioren wird gefördert: Altsein kann schön sein:

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Man gibt Pensionären über Kalender die Möglichkeit, auf subtile Weise geheime Wünsche auszudrücken. Zum Beispiel nach Liebe:

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Die folgende Abreißkalender-Version trainiert das Gedächtnis, indem sie Fernsehsendungen recycelt.

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In eine ähnliche Richtung geht der Memo-Kalender (sh. unten). Er ist eine Kombination aus Kalender und Notizblock. Die Macher wollen uns vermutlich die Angst vor Demenz und Alzheimer nehmen: Hey, Leute, es ist ganz normal, dass man vergisst, wem man Blumen schenken wollte! Oder dass man den Namen der eigenen Frau nicht mehr weiß. Beides einfach täglich im Kalender notieren!

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Das folgende Produkt ist der, wie wir finden, nützlichste Kalender für Großmütter von heute. Omas, die nicht kochen können, finden darin genau die Tipps, die ihre Familie von ihnen erwartet:

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Veröffentlicht am 28. September 2009. (343 Tage alt) in Vorgestellt
 

„Stimmts, Opa“, sagte Anton gestern dicht an meinem Ohr, „das Leben ist ungerecht.“ „Und gefährlich, Alter!“, ranzte ich ihn wütend an. Der Kerl hatte mich aus dem schönsten Schlummer geschreckt.

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kussmann