Aus heiterem Himmel strich uns die Stieftochter aus ihrem Leben

Die Tochter meines Mannes war 4 Jahre alt als als er sich von ihrer Mutter scheiden ließ. Sie hatten immer Umgang miteinander und fuhren gemeinsam in den Urlaub. Ich brachte eine Tochter aus erster Ehe mit. Die beiden Mädchen verstanden sich gut.

Das Zusammensein war immer herzlich. Sie bezog uns auch nach ihrer Hochzeit in ihr Leben mit ein und besuchten uns regelmäßig mit ihrem ersten Kind. Dann plötzlich riß der Kontakt ab. Sie ließ sich am Telefon verleugnen. Wir standen vor verschlossener Tür. Sie gratulierte ihrem Vater nicht mehr zum Geburtstag. Später bekamen wir eine Einladung zur Taufe. Wir wußten gar nicht, dass sie wieder schwanger war. Wir konnten nicht zur Taufe, weil wir im Urlaub waren, haben aber schriftlich gratuliert. Danach hörten wir nichts mehr.

Bei einer Großveranstaltung liefen wir uns zufällig über den Weg. Mein Mann wollte natürlich wissen, was los ist. Es gab viele Tränen. L. meinte, wir müssen reden, aber nicht jetzt. Sie melde sich. Das ist nun 3 Jahre her. Mein Mann schreibt ihr jedes Jahr zum Geburtstag und zu Weihnachten, doch es kommt nichts zurück. Bis heute wissen wir noch nicht einmal das Geburtsdatum des jüngsten Enkels. Das tut weh. Wir wissen nicht, was wir machen können. Offensichtlich hat sie uns aus ihrem Leben gestrichen - nur warum? Ramona und Werner Z.

Liebe Ramona,

das klingt ja mysteriös! Ich kann auch nur raten: Wird die junge Frau unter Druck gesetzt, zum Beispiel vom Eheman oder ihrer Mutter? Ist sie psychisch krank geworden und will es verheimlichen? Trinkt sie oder nimmt Drogen? Vielleicht ist auch ein Kind krank oder behindert und sie will ihren Kummer nicht teilen. Anders kann ich mir die Sache auch nicht erklären, denn eigentlich schien die jungen Frau Ihnen ja wohl gesonnen zu sein und hatte nichts Böses von Ihnen zu erwarten, im Gegenteil.

Warum lassen Sie es denn bei der Post bewenden? Fahren Sie doch hin. Hat Ihre Tochter keinen Kontakt mehr zu ihrer Quasi-Halbschwester? Was sagt die Ex-Frau Ihres Mannes, falls sie noch lebt? Haben Sie andere, dritte, Vertrauenspersonen, die im Umfeld der Stieftochter leben? Könnten Sie diese nicht vorsichtig fragen, ob im Leben der Stieftochter alles in Ordnung ist und sie gesund und glücklich ist? Denn diese Beruhigung möchte man doch wenigstens haben.

Ich würde an Ihrer Stelle herausfinden wollen, was passiert ist, denn die Geschichte lässt Ihnen ja doch keine Ruhe. Sachliche Gründe hätten Sie auch, schließlich sind die Tochter und ihre Kinder ja auch Erben Ihres Mannes. Mit der Begründung, in dieser Hinsicht etwas klären zu müssen, könnten Sie sie ruhig aufsuchen, finde ich.

Sie kennen natürlich Ihre Familie besser und vielleicht spricht ja auch etwas dagegen, ungebeten dorthin vorzudringen, was Sie ernst nehmen müssen... Ich wünsche Ihnen sehr, dass die Geschichte sich aufklärt und ein gutes Ende nimmt. Ganz unmöglich ist es sicher nicht, denn Ihren Schilderungen nach hat die junge Frau ihren Vater und seine neue Familie einmal gemocht. U. Alexander

Veröffentlicht am 18. September 2009. (872 Tage alt) in Kummerkasten
 

„Stimmts, Opa“, sagte Anton gestern dicht an meinem Ohr, „das Leben ist ungerecht.“ „Und gefährlich, Alter!“, ranzte ich ihn wütend an. Der Kerl hatte mich aus dem schönsten Schlummer geschreckt.

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kussmann