Für Grundschüler ist das Internet Alltag

Medienkompetenz ist für Kinder von heute unverzichtbar. Auf dem Weg dahin brauchen sie Hilfe, genau wie bei den ersten Schritten. (Foto: A. Thomas)
In Deutschland sind heute bereits die meisten Grundschüler häufig online. 71 Prozent der Sieben- bis Zehnjährigen nutzen das Internet, wenn im Haushalt ihrer Eltern ein Anschluss vorhanden ist. Das geht aus einer Studie des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) hervor.
Von den 11- bis 14-Jährigen nutzen 93 Prozent einen vorhandenen Internetzugang im Elternhaus, im Alter von 15 bis 17 Jahren sind es sogar 99 Prozent. Kinder und Jugendliche nutzen das Web 2.0 besonders intensiv. Interaktive Onlinedienste zum Austausch mit Gleichgesinnten oder zur Präsentation eigener Inhalte stehen hoch im Kurs. So nutzen 90 Prozent der 10- bis 17-Jährigen Messaging-Dienste und ähnliche Kommunikationsmöglichkeiten. Jeder Zweite stellt eigene Fotos ins Netz, jeder Vierte beteiligt sich an Diskussionsforen.
Viele Eltern nehmen das ernst und begleiten ihre Kinder aktiv im Internet. So darf jeder zweite Nutzer zwischen 7 und 17 Jahren nur zeitlich begrenzt online gehen. Fast genauso viele junge Surfer werden von ihren Eltern über rechtliche Risiken im Netz aufgeklärt. 38 Prozent der Eltern sprechen mit ihren Kindern über deren Online-Erfahrungen, und jeder vierte Erziehungsberechtigte setzt spezielle Software ein, die etwa vor Gewalt- oder Sexualdarstellungen schützt.
Jeder Sechste mischt sich überhaupt nicht in die Internetnutzung seiner Kinder ein. 31 Prozent der Eltern meinen, sie seien nicht in der Lage, die Web-Aktivitäten ihrer Kinder zu kontrollieren. 32 Prozent sagen, es fehlen ihnen Informationen über den Schutz von Kindern im Internet.
BITKOM und das Bundesfamilienministerium empfehlen, Jugendschutz-Filter im Betriebssystem zu nutzen oder einen Kinderschutz nachzurüsten. Ein solches Angebot gibt es z.B. von der Initiative „Ein Netz für Kinder“. Einen sicheren Surfraum und damit eine gute Hilfe für Eltern, ihre Kinder altersgerecht an die Angebote im Web heranzuführen, bieten spezielle Kinder- und Jugendportale. So zum Beispiel FragFinn, die Suchmaschine für Kinder oder die neue Initiative „Watch your Web“, die zum verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten im Internet animieren soll.
Wenn Kinder bei den Großeltern im Internet surfen, sollten dieselben Regeln gelten wie daheim. Sprechen Sie sich mit den Eltern darüber ab!
Mit Kindern über Erlebnisse im Internet reden?
- Ja, unbedingt! Es hilft den Kindern, den Wahrheitsgehalt von Informationen zu prüfen.
- Kinder sollten von rechtliche Risiken im Netz wissen
- Nicht nur Inhalte von Webseiten sind von Bedeutung, sondern auch Erfahrungen der Kinder mit anderen Nutzern, zum Beispiel beim Chat, in Netzwerken oder bei Online-Spielen.
- Mütter, Väter (ggf. Großeltern) erfahren so, ob ihre Kinder möglicherweise von anderen belästigt werden.


