Neo Rauch
Der Maler der "Neuen Leipziger Schule" verlor seine Eltern im Alter von vier Monaten durch ein Zugunglück. Die Großeltern nahmen den Säugling zu sich. Rauch nannte sie, die damals erst 39 bzw. 49 Jahre alt waren, Vater und Mutter. Das Unglück wurde weder verschwiegen noch dramatisiert, doch schwang der frühe Tod der leiblichen Eltern im Leben des Heranwachsenden immer mit und beeinflusste sein Denken und Fühlen. Einen Hang zur "Verwurzelung im Bewährten" etwa führt der neokonservative Rauch auf das frühkindliche Trauma seines Verlusts zurück. Verwundert registrierte er, dass ihm die Eltern, die fast noch Kinder waren, als sie starben, mit den Jahren immer näher rückten. Überall im Haus hängte er Fotos seiner Mutter auf.


