Meine Großeltern Erinnerungsbüro

In unserer Erinnerung sind die Großeltern alt. Es ist zutiefst anrührend, sie als scheinbar gleichaltrige oder sogar jüngere Männer und Frauen zu sehen, die uns, abgesehen von der Mode, oft überraschend ähnlich sind. (Fotos: Erinnerungsbüro)
Wie in GroßelternReport angekündigt, gastiert vom 10.- 21. Juni der Schweizer Theatermacher Mats Staub mit seinem Großeltern-Erinnerungs-Projekt in der Cumberlandschen Galerie in Hannover. Wie zuvor in der Schweiz und in Österreich sammelt er auch dort wieder neue Geschichten.
In 215 Interviews hat Staub bisher rund zwölf Stunden Hörmaterial zusammen getragen - die letzten im Laufe des April bereits in Hannover. Im Rahmen des Festivals Theaterformen findet nun die Deutschlandpremiere von "Meine Großeltern" am 12. Juni in der Cumberlandschen Galerie statt. Mats Staub kehrt für das Festival nach Hannover zurück. Dann kann erneut jeder zu dem wachsenden Archiv beitragen, der etwas über seine Familiengeschichte erzählen möchte und ein Jugendfoto der Großeltern mitbringt.
Termine und Orte: im Programm der Theaterformen Hannover
Zum Großeltern-Projekt:
Über die eigenen Großeltern weiß man vieles – und vieles nicht. Die Erinnerung an alte Menschen vermischt sich mit der Erinnerung an die eigene Kindheit.
Doch was wissen wir von früher, als die Großeltern jung waren? Sie sind unsere persönlichste Verbindung in eine Vergangenheit, die wir sonst nur aus Filmen und Büchern kennen. Krieg, Flucht, Neuaufbau, Wirtschaftswunder: Im Erinnerungsbüro von Mats Staub bricht sich die große Geschichte in zahllosen individuellen Erzählungen und fügt sich überraschend lebendig neu zusammen. Für Theaterformen zeichnet Staub auch Geschichten aus Hannover auf. In individuellen Gesprächen sammelt er Kindheitserinnerungen, Familienlegenden und (lückenhaftes) Faktenwissen. Besucher können so mit ihrer Geschichte zum internationalen Archiv beitragen, das der Schweizer Theatermacher seit über einem Jahr erweitert und pflegt.
Vor allem aber kann man diesen Geschichten begegnen: Mit Jugendfotos der Großeltern an den Wänden und den Erzählungen auf ausleihbaren i-Pods wird die Cumberlandsche Galerie zur Galerie der Erinnerung. Individuell wandelt man durch ein Kaleidoskop von zögernden Vermutungen und detailreich geschilderten Momenten, von großen Liebesgeschichten und stillen Tragödien, von historischen Ereignissen und Einzelschicksalen. Eigene Erinnerungen werden wach.


