Kriegslist für kleine Suppenkasper und magische Eintöpfe für Oma

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Die "Struwwelmax-Suppe" ist einfach unwiderstehlich. Dass sie aus Gemüse besteht, ist Kindern wurst. (Foto: Schardt)

Die Suppe mit dem lachenden Gesicht stammt aus diesem "erwachsenen" Kochbuch, dessen wunderbare Qualitäten sich erst auf den zweiten Blick erschließen:

33 Magische Suppen

(Nicht Maggi, sondern MAGIE verbirgt sich hinter diesem unscheinbaren Titelblatt. Löffel aufs Herz: das Büchlein hat es in sich!)

Marion Grillparzer ist eine listige Hexe. Mit ihrem harmlos aussehenden Buch "33 magische Suppen" beamt sie selbst Kochmuffel an den Herd: Die heißen oder auch kalten Kreationen aus aller Welt machen irgendwie schon beim Lesen dünn und lassen zugleich das Wasser im Mund zusammenlaufen. Das kann nur Zauberei sein!

Töpfeschwenkend und plaudernd führt die medizinisch sattelfeste Gesundheitsbuchautorin Diäten und den Griff ins "Nahrungsmittel-Ergänzungs- Regal" der Drogerien und Reformhäuser ad absurdum . Und spart uns wohl so manchen Gang zur Apotheke. Geschnippelt, gelöffelt und gerührt! Auch wir wollen Grillparzen sein, Teller um Teller schöner, kraftvoller und gesünder!

Gegen beinahe jedes Leiden der modernen Menschheit lässt die Suppenfee einen Eintopf aufmarschieren: schwache Nerven, Frühjahrsmüdigkeit, Vergesslichkeit, Katzenjammer, kränkelndes Immunsystem, Sodbrennen, Magenschmerz, Verstopfung, schlechte Haut und schlechte Laune, mangelnde Liebeslust und dicke Hüften... Ade, vorbei, gegessen!

Es gibt Blaubeersuppe mit Rotwein gegen Verkalkung und hohen Blutdruck, Spinatsuppe mit Pistazien-Quarknockerl gegen schlaffe Muskeln, Melonenkaltschale mit Minze für mehr Power, Ingwer-Zitrone mit Huhn gegen Winterspeck und statt Viagra schluckt man Meeresfrüchte-Spargel-Suppe mit Muskatnuss. Das wirkt, mit Liebe gekocht, genauso erhebend und verspricht dazu noch Euphorie und Enthemmung. Nichts wie ran also an den Herd und nachgekocht, was die Joan Rowling der Küchenwelt uns vorzaubert!

Natürlich weiß die clevere Münchenerin auch einen Hokuspokus, der Kinder auf Gemüse bringt: Die oben bereits angekündigte "Struwwelmax-Suppe"(Zubereitung und Zutaten sh. unten).

Hier kommt sie auch schon, diesmal mit Löffel:

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Der Trick ist einfach: Alles pürieren und witzig dekorieren! Foto: Wolfgang Schardt

Marion Grillparzer erklärt, warum die "Kriegslist funktioniert: "Kinder essen mit allen Sinnen. Sie mögen es, wenn's im Mund knistert und knuspert: Ein Suppen-Topping aus Nüssen und Kernen weckt die Knabberlust. Bestechen kann man sie, wenn das Essen gut ausieht. Für Kinderaugen, versteht sich. Ein ausgestochenes Möhrenschweinchen auf dem belegten Brot, ein Papierfähnchen auf dem Fleischpflanzerl macht Gesundes zur Kostbarkeit. Und eine Suppe löffelt man bis zu tiefen Grund des Suppen-Meeres, wenn einem ein lustiges Gesicht, ein Struwwelmax, entgegenlacht. So schwelgen Kinder im Land der Phantasie und assoziieren Positives mit dem, was auf dem Teller liegt.“ Marion Grillparzer rät auch, Kinder mitkochen zu lassen. Das schult die Motorik, macht Spaß und Lust aufs Essen: "Welcher kleine Koch würde wohl darauf verzichten, die eigene Suppe auszulöffeln?"

So einfach lässt sich die Struwwelmax-Suppe zubereiten:

(Zutaten: 2-3 mehlig kochende Kartoffeln, Suppengrün, Brokkoli und/oder anderes Gemüse der Saison, Rapsöl, Gemüsebrühe, Vollkorntoast, Joghurt, Creme fraiche, Schnittlauch, etwas Zitronensaft, Butter, Muskatnuss, Pfeffer, Salz, einige Kürbis- und Pfefferkörner.)

  • Suppengrün, Kartoffeln und Gemüse waschen, putzen kleinschneiden und in Rapsöl fünf Minuten andünsten.

  • Mit Brühe auffüllen, aufkochen lassen und 20 Minuten bei mittlerer Hitze garen lassen.

  • Das Gemüse pürieren, Joghurt und Creme fraiche unterrühren, alles nochmal aufkochen lassen und mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken.

So wird die Struwwelmax-Suppe dekoriert:

Aus zwei Scheiben Vollkorntoast Halbmonde für den Mund ausstechen (so viele, wie Portionen gebraucht werden), den Rest des Brotes würfeln und in etwas Butter anbraten. Die Augen bestehen aus jeweils einem Löffel Creme fraiche mit einem Kürbiskern als Pupille darauf. Die Nasenlöcher bilden zwei Pfefferkörner. Aus Schnittlauchröllchen und Toastwürfeln entstehen die Haare des Struwwelpeters. Einige lange Halme ergeben lustige Fransen.

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Veröffentlicht am 26. März 2009. (1152 Tage alt) in Buchtipps
 

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