So halten Sie Kontakt zu entfernt lebenden Enkelkindern

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Aus einem Brief an Oma: das neue Meerschwein Mucki mit der rosa Hinterpfote. Die Schweinerei im Kinderzimmer (sh. "Kügelchen" rechts im Bild) bietet reichlich Gesprächsstoff am Telefon. (Zeichnung: Lisa, 5)

Berufliche Mobilität und Scheidungen reißen Familien auseinander. Trotzdem kann es gelingen, mit den Enkeln Kontakt zu halten. Einige Möglichkeiten:

  • Märchenkassetten: Schicken Sie Ihren Enkeln selbstgemachte "Hörbücher". Jeden Abend im Bett eine Märchenkassette zu hören, auf der Oma oder Opa etwas vorliest, kann für kleine Kinder zu einem heiß geliebten Ritual werden, - und zu einer anhaltenden Kindheitserinnerung. Sie müssen nicht perfekt lesen, sondern können gern eine persönliche Note einflechten. Zum Beispiel: "Oh, da kommt ein schönes Bild im Buch. Ich putze jetzt meine Brille und sage dir, was da zu sehen ist ..."

  • Telefonieren: Telefonieren Sie einmal pro Woche, am besten zu festen Zeiten, - und kurz. (!) Machen Sie keine Standardabfrage draus, knüpfen Sie am besten an die Gegenwart des Kindes an, z.B.: "Hast du gerade dein rotes Lieblingskleid an?" Erzählen Sie von Dingen, die das Kind wirklich interessieren, z.B., was Ihr Hund heute wieder angestellt hat. Bringen Sie das Kind zum Lachen. Seien Sie selbst fröhlich und optimistisch: Statt "Ich vermisse Dich so!" sagen Sie lieber "Ich freue mich drauf, Dich in den Ferien wieder zu sehen, Opa will ein Baumhaus bauen..."

  • Post: Nutzen Sie den guten alten Postweg. Adressieren Sie Ihre Brief an das Kind persönlich, nicht an die ganze Familie. Kinder lieben das! Sind zwei Kinder da, machen Sie für jedes einen eigenen Umschlag. Schicken Sie bunte Postkarten - z.B. mit Tierkindern oder Dampflokomotiven oder von exotischen Urlaubsorten - je nachdem, was das Kind interessiert.

  • Fotos/Zeichnungen von Ihnen: Tauschen Sie Fotos aus. Fotografieren Sie Oma bzw. Opa beim Kuchenbacken, Wäschewaschen, am Computer oder beim Bewundern der ersten Schneeglöckchen. Schreiben Sie ein paar Worte dazu. Kinder, die noch nicht lesen können, sind gut im Enträtseln von Bildern. Entdecken Sie Ihr Zeichentalent neu und skizzieren Sie Alltagserlebnisse (Z.B. Heute musste Opa wieder Schneeketten anlegen... Ich bin dünner geworden... Ich war beim Zahnarzt...) Daraus wird dann beinahe so etwas wie ein kleines Tagebuch.

  • Fotos/Zeichnungen vom Kind: Bitten Sie die Eltern der Kinder um Alltagsfotos, z.B. wie das Kind eine Schleife bindet, sich mit der elektrischen Zahnbürste die Zähne putzt, Ostereier sucht ... Die Kinder selbst lassen sich bestimmt von Ihren Zeichnungen inspirieren und malen auch etwas für Sie. Daran können Sie beim Telefonieren anknüpfen.

  • Internet: Nutzen Sie das Internet zum Mailen, Fotos und Videoaufnahmen-Übermitteln und Skypen. Beliebt sind Online-Fotoalben, Zusammensein per Web-cam, Familien-Weblogs.

  • Geschenke: Verwenden Sie Sorgfalt auf die Wahl von Geschenken für das Kind. Bewährt haben sich "Serien", z.B. neue Kleider für die Puppe, eventuell sogar selbst gestrickt. Oder Nachschub für die Lego-Sammlung. (Vorsicht: Interessen von Kindern halten nicht ewig. Von heute auf morgen kann die geliebte Puppe plötzlich out sein) Größere Kinder haben mitunter größere Wünsche (Moutainbike, Laptop), die die Eltern nicht erfüllen können. Signalisieren Sie, dass Sie Geld beisteuern. Oder helfen Sie dem Kind, selbst darauf zu sparen.

  • Besuche: Scheuen Sie keine Mühe, das Enkelkind ab und an wirklich in Ihrer Nähe zu haben. Holen Sie es über die Ferien. Besuchen Sie es. Die gemeinsamen Erlebnisse schaffen einen gemeinsamen Vorrat an Erinnerungen. Überfrachten Sie aber das Zusammensein nicht mit "events", es muss Muße und Ruhe geben und Raum für Spontanität.

  • Rituale: Finden Sie eine gemeinsame, bei jedem Treff wiederholbare Lieblingsbeschäftigung mit dem Kind, die es nur mit Ihnen pflegt und auch später immer mit Ihnen verbinden wird. Z.B. Angeln gehen, einen besonderen Kuchen backen...

Alle diese Tipps funktionieren leider nur, wenn die Eltern der Kinder Ihre Bemühungen unterstützen. Schon die Art und Weise, wie Ihr Brief dem Kind übergeben wird spielt eine Rolle, also:

  • Innere Nähe pflegen: Wen man liebt, über den spricht man gern. Oma und Opa können so im Familienalltag auch in Abwesenheit präsent sein. Beispielsweise, indem sie bei Gelegenheit erwähnt werden. Z.B.: "Das hat Opa mit mir auch immer gemacht als ich klein war" oder "Das ist ein Rezept von Oma" oder "Diese Löckchen hast du von Papas Mama"..."Diese schöne Vase ist ein Geschenk von Oma"...

Für zerstrittene Familien:

Selbst wenn zwischen Großeltern und Eltern die Chemie nicht stimmt, sollten sie um des Kindes willen zivilisierte Beziehungen pflegen, d.h. Kontakt halten, einander zu Festen gratulieren usw. Es ist für die gesunde psychische Entwicklung eines Kindes wichtig, dass die erwachsenen Familienmitglieder einigermaßen wohlwollend miteinander umgehen. Grobheiten, Gleichgültigkeit oder gar offene Feindschaft zwischen Menschen, die sie lieben, verstören Kinder zutiefst.

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Veröffentlicht am 22. März 2009. (1049 Tage alt) in Ratgeber
 

„Stimmts, Opa“, sagte Anton gestern dicht an meinem Ohr, „das Leben ist ungerecht.“ „Und gefährlich, Alter!“, ranzte ich ihn wütend an. Der Kerl hatte mich aus dem schönsten Schlummer geschreckt.

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kussmann