Was mögen Kinder zum Frühstück?
Und was sollten sie essen? Darüber rätselten kürzlich Großeltern eines Leihoma-Dienstes in Leipzig-Gohlis. Edith Dittrich vom Deutschen Hausfrauen – Bund Leipzig war dabei und gab Tipps. GroßelternReport sprach mit ihr über Frühstück und Pausenbrote.
GR: Frühstücken Kinder überhaupt noch zuhause?
Edith Dittrich: Manche kriegen einfach nur Geld in die Hand gedrückt. Sie „dürfen“ sich beim Bäcker etwas kaufen. Andere essen doch daheim etwas, obwohl es morgens hektisch zugeht. Allerdings waren die Leihgroßeltern entsetzt darüber, was manche Eltern den Kindern so vorsetzen.
GR: Was denn?
Edith Dittrich: Meistens irgendetwas Fertiges im Plastikbecher, Joghurt, Quark oder Pudding. Es soll eben schnell gehen und keine Mühe machen. Ein Mädchen bekam immer nur Milchschnitte und dazu ein Glas Limo. Jeden Morgen! Die Mutter behauptete: „ Sie will nichts anderes!“ Sie hatte ihrer Tochter allerdings auch noch nie etwas anderes angeboten. Die Leihoma hat dann probiert, die Zweijährige umzustellen, und es war gar kein Problem.
GR: Wie sieht für Sie ein normales Frühstück aus?
Edith Dittrich: Das hängt vom Geschmack des Kindes ab. Man will ihm ja nicht seine eigenen Vorlieben aufzwängen. Viele mögen Knusperbrot mit Käse oder Banane, die Süßmäuler auch mal Zwieback mit selbst gemachter Marmelade. Müsli in Joghurt oder Milch ist immer richtig.
GR: Sie sind nicht gegen Süßes?
Edith Dittrich: Das wäre weltfremd. Ich weiß, dass manche Kinder Süßes morgens irgendwie sogar brauchen. Es sollte alles nur nicht allzu labberig und überzuckert sein. Man kann auch mal mit den Kindern Kekse backen und früh zwei, drei anbieten. Ich bin generell für selbst Gemachtes, weil man da weiß, was drin ist. Gerade für übergewichtige Kinder ist die Kontrolle darüber nicht schlecht.
GR: Was machen Sie denn alles selbst?
Edith Dittrich: Zum Beispiel Müsli aus Haferflocken und frischem Obst. Das ist dann nicht übersüß. Billiger ist es allemal, das spielt für manche Familien eine Rolle. Im Winter kann man Trockenfrüchte gut dazu verwenden. Der gesunde Effekt verpufft natürlich gleich wieder, wenn man die Kinder Cola dazu trinken lässt. Man glaubt es kaum, aber das gibt’s.
GR: Vielleicht soll Cola munter machen ... Ist Kakao out?
Edith Dittrich: Eigentlich nicht. Und mit kalt anrührbarem Trinkpulver ist der inzwischen so fix gemacht, davon konnten wir früher nur träumen. Ich schwöre allerdings auf Früchtetees, mein sechsjähriger Enkel auch. Man kann öfter die Geschmacksrichtung wechseln. Gern brühe ich zwei Sorten auf Vorrat, damit immer etwas Trinkbarer parat steht.
GR: Und was kommt aufs Brot, zum Beispiel das Pausenbrot für die Schule?
Edith Dittrich: Also, Brotaufstriche sind mein Lieblings-Experimentierfeld. Da gibt es super gesunde, leckere Sachen. Gern verwende ich verschieden angerührten Quark statt Butter als Unterlage. Darauf kommen Wurst, Käse, Ei, Obst oder Marmelade. Die eher pummligen Kinder kriegen Magerquark, die anderen „hochprozentigen“. Oder: Butter wird mit saurer Sahne geschmeidig gemacht und dann fügt man nach Lust und Laune hinzu: klein gehackte Nüsse, Kräuter, Gewürze wie Curry oder Paprika... Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Sogar Wurst-Aufstrich funktioniert: Man gibt z.B. klein geschnitten Salami hinzu. Selbst vor Ketchup braucht man nicht zurück zu schrecken, das ergibt einen schönen roten Aufstrich.
GR: Wie wichtig ist der Anblick?
Edith Dittrich: Ganz wichtig. Schönheit zählt auf jeden Fall mehr als Masse! Ich lege deshalb immer ein frisches Salatblatt zwischen die Scheiben.. Und als Extra gibt es „Spießchen“: Würstchen-Gurke, Käse-Weintraube oder verschiedene Obst-Mixe. In Spieß-Form dekoriert reicht ein Würstchen für zwei Kinder. Ein halbes pro Nase ist sowieso genug für eine Zwischenmahlzeit. Man muss auch kein ganzes Ei in die Schule mitgeben, zumal schon Kinder Probleme mit Cholesterin haben können. Besser: Scheibchen schneiden.
GR : Schönheit erhöht auch den Tauschwert der Pausenbrote...
Edith Dittrich: (lacht!) Wir haben früher Schulbrote getauscht, klar, und das tun Kinder immernoch.. Aber die selbst gemachten Frühstücks-Sandwiches, die die Leihgroßeltern in Gohlis kürzlich ausprobiert haben, dürfen hoch im Kurs stehen, jede Wette!
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