Kastrationsangst im Freud-Jahr
Gestern mit Kalle auf ein Bier getroffen. Vier Hefeweizen und vier Kurze, genauer gesagt. Das musste aber auch sein. Ich hab gleich gesehen, mit Kalle stimmt was nicht.
„Was is los, Alter“, sag ich. „Siehst aus wie Henry Maske seit er seine Alpecin-Sponsoren nicht mehr hat.“ „Wegen Erika“, sagt er. „Seit die nicht mehr arbeitet, macht sie beim Tierschutz mit.“ „Na und?“, sag ich. „Lass sie doch. Hat sie was zu tun. Stell dir vor, sie will es sich mit dir zuhause gemütlich machen. Dann verlierst du deine ganze Souveränität.“
Stellt sich raus, es ist wirklich schlimm. Meine Brigitte würde Unterschriften für den Tierschutz sammeln. Erika ist bei den Radikalen. Die fängt Katzen zum Sterilisieren. Vorzugsweise männliche.
Alles klar. Kalle turnt das ab. Er hat Seele. Als ich was von Kater morgen früh andeute, zuckt er zusammen. „Erika macht das aus Mitleid“, sagt er. „’Natürlich muss man die Katzen zu dem Eingriff zwingen, aber am Ende sind sie glücklicher’, sagt sie. Ich hab Angst, Erika kriegt mal Mitleid mit mir.“


