Die schönsten Beerdigungen der Welt

Die_besten_beerdigungen
Das liebevoll illustrierte Buch war 2007 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Tipp: Unbedingt kaufen, ehe dem Enkel der Goldhamster wegstirbt!

Beerdigungen sind eigentlich etwas Trauriges: Jemand stirbt, wird begraben und es wird geweint. All das passiert auch in dem Bilderbuch "Die besten Beerdigungen der Welt" - und trotzdem muss man beim Lesen garantiert nicht weinen. Manchmal kann man sogar lachen!

Es ist eine lebensnahe, unsentimentale, federleichte, auch ein bisschen skurrile Geschichte über Leben und Tod, in der Kinder beschließen, sich um tote Tiere zu kümmern. Sie suchen sie sogar überall, um sie feierlich - mit Grabstein und Holzkreuzchen, Gedicht und Lied - auf ihrem sonnigen Friedhof auf der Lichtung zu begraben: Feldmaus, Hamster, Hahn nebst abgeschlagenem Kopf, Heringe aus dem Kühlschrank, Mäuse aus der Mausefalle, Igel, Hase, Vogel.

Während sie spielerisch ihre Firma "Beerdigungen und Co." ausbauen, ihre innigen Beerdigungszeremonien inszenieren und dabei auf kindliche Weise die Erwachsenenwelt imitieren, kommen allerhand Gedanken über Leben und Tod ins Spiel, schließlich auch Ehrfurcht und Trauer - ganz einfach und selbstverständlich, schwerelos aus kindlicher Perspektive.

In einer rührenden Mischung aus Witz und Naivität sind dazu die Verschen gedichtet: "Hier unten bist du pieksig und platt (der überfahrene Igel). Im Himmel bist du rund und satt" oder - schließlich fast schon philosophisch vollkommen: "Das Lied ist zu Ende. Aus Leben wird Tod. Dein Körper wird kalt. Alles wird dunkel. Im Dunkeln warst du wie ein Licht, danke, wir vergessen dich nicht."

Aber das Büchlein nimmt dennoch das Thema ernst, das tun auch die Kinder, die sich damit ganz unbefangen beschäftigen.

Fazit: Bilderbücher über den Tod haben es schwer. Niemand kann sagen, was denn kindgemäß ist und befriedigende Antworten, wie es nun ist, wenn man tot ist, kann auch niemand geben. Eins schafft Ulf Nilssons Bilderbuchgeschichte aber auf jeden Fall: sie macht nicht traurig und hält gekonnt die Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Humor. Vielleicht hilft sie auch ein wenig dabei, den Tod als etwas Natürliches zu akzeptieren.

Dieses Buch bietet auch ohne aktuellen Anlass in der Familie eine gute Basis für Gespräche und Erwachsenen vielleicht auch einen gedanklichen Ausflug in die eigene Kindheit.

Rezension: Heike Geilen (Quelle: Amazon)

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Veröffentlicht am 12. Februar 2008. (1558 Tage alt) in Buchtipps
 

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kussmann