Wie Teenies ticken

„Bild-online“ bringt das Buch gerade häppchenweise, erstaunlicherweise nicht allen darin behandelten Themen voran, wie Stars, Geheimnisse, Familie, Schule, Werte oder Zukunft das Kapitel über Liebe und Sex.
Legitim wär’s, denn dies ist das im Alter zwischen 13 und 18 das meist besprochene Thema, wie Nicola, 14, erklärt.
Dass Teenager selbst ausgiebig zu Wort kommen, ist der größte Vorzug des unkonventionellen Ratgebers. Autor Hauke Brost hat dafür über 1000 Jugendlichen 111 Fragen gestellt, wie etwa „Denkt ihr manchmal ans Abhauen?“, „Warum muss man euch zu allem zwingen?“ oder „Was macht ihr eigentlich immer so lange im Bad?“. Ihre Antworten sind so unverblümt wie Eltern sie in der heißen Phase des teenie normalis von ihren eigenen Kindern nur selten kriegen. Und deshalb sehr geeignet, aus Müttern und Vätern Teenie-Versteher zu machen, was auch der erklärte Anspruch des Verfassers ist.
Großeltern, die denken, sie rückten in dieser Phase eher in den Hintergrund, erfahren genau das Gegenteil. Viele Teenies genießen es, sich bei ihnen „ausquatschen“ zu können, ohne sich gleich belehrende Vorschläge anhören zu müssen. Es macht ihnen Spaß, den „Alten“, die mitunter aktiver, jünger und entspannter wirken als die eigenen Eltern, die „neue Zeit“ zu erklären und ernst genommen zu werden. Etliche interessieren sich jetzt ernsthaft für Familiengeschichte, weil sie dabei etwas über sich selbst zu erfahren hoffen.
Andere machen einfach rührende Liebeserklärungen, wie Isabel, 12: „Opa war immer stolz auf mich, egal, was ich gemacht habe.“ Oder Dina-Marie, 13: „Sie erzählen Geschichten, bei denen man sich wundert, dass sie die überhaupt überlebt haben.“ Oder: „Großeltern sind Zeitmaschinen! Sie haben in der Vergangenheit gelebt und nun leben sie in der Zukunft.“
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