Keller-Ausmisten
Gestern suchte ich Brigitte und fand sie im Keller.
Sie zerrte an einer verstaubten Kiste, die in einem IKEA-Regal klemmte.
„Brauchst du das noch?“, fragte sie. „Ich will hier mal Platz schaffen.“
Mein Angelzeug!
„Ich nehm das mit hoch“, sagte ich.
Dass ich es lange nicht benutzt habe, heißt nicht, dass ich es nicht brauche. Das heißt nur, dass ich es nicht gesehen habe. Kein Mensch benutzt Sachen, die er nicht sieht. Jedenfalls kein Mann.
„Und das?“, erkundigte sich Brigitte und hielt mir einen Plastik-Eimer vor die Nase. „Das kann doch sicher weg!“
Reste von unserer Wohnzimmer-Wandfarbe.
„Auf keinen Fall“, sagte ich. „Falls mal was auszubessern ist. Und meine alte Bohrmaschine, die da liegt, wird für Anton aufgehoben. Bis er mal ne eigne Bude hat.“
„Das olle Ding will der dann nicht mehr haben“, murrte Brigitte und schmiss die Maschine ganz nach oben ins Regal.
An die gute Stelle stopfte sie einen Sack mit aussortierten Klamotten aus ihrem Kleiderschrank.
„Schmeiß doch den Mist weg!“, sagte ich. „Das Zeug will nun wirklich keiner mehr.“
„Mode kommt immer wieder!“, sagte Brigitte. „Du hast keine Ahnung.“
Aber Hoffnung. Vielleicht kommt das nächst Hochwasser bis zu uns. Meine gute alte Bohrmaschine liegt im Regal ganz oben. Das Angelzeug pack ich griffbereit ins Auto.


