post-it

Gestern pappte an unserem Kühlschrank ein Zettel. Einer von den vorgedruckten mit großer gelber Überschrift „Heute erledigen!“

Darunter gab es mehrere Zeilen für Text. Und jeweils rechts ein Feld für „erledigt.“ Dort sollte idealerweise am Ende des Tages ein Häckchen stehen.

Brigitte liebt so etwas. Sie war es, die vier Blocks von diesen Post-its in Rudis-Reste-Rampe gekauft hat.

„Was für eine wunderbare Erfindung“, meinte sie.

Also wirklich. Als ob es früher keine Zettel gegeben hätte.

„Aber keine selbstklebenden“, sagt Brigitte begeistert. Die könne man wirklich überall anbringen, wo sie gebraucht werden, ohne was kaputt zu machen: „So praktisch! Der Haushalt läuft, man spart sich viel Ärger...“

Ich schaute mir das ominöse Schriftstück näher an.

Von Brigitte Hand geschrieben stand da:

  • Neue Glühbirne in den Kühlschrank
  • leere Flaschen wegbringen
  • Milch, 2 x, die fettarme!!
  • irische Butter

Mir fiel auf, dass dem Management-Wunder die entscheidende Rubrik fehlte, nämlich die für die Zuständigkeit. Wer, bitteschön, soll die Butter holen? Ich etwa?

Ganz unten auf dem Zettel las ich, von Wiebke hingekrakelt, „Anton sagen, dass er doof ist!“

Im Kästchen rechts davon prangte ein fetter grüner Haken: Erledigt! Das einzige Erledigt-Häckchen auf dem ganzen Zettel, übrigens.

Solche grünen Filzstifte hat nur einer in unserer Familie. Anton. Ganz ohne Zuständigkeit hat das Kind eine Aufgabe übernommen. So spart man sich also Ärger.

Veröffentlicht am 12. April 2007. (1863 Tage alt) in Kussmann
 

„Stimmts, Opa“, sagte Anton gestern dicht an meinem Ohr, „das Leben ist ungerecht.“ „Und gefährlich, Alter!“, ranzte ich ihn wütend an. Der Kerl hatte mich aus dem schönsten Schlummer geschreckt.

weiter

kussmann