Wochenbett-Zeit: Welche Hilfe können Großeltern jetzt anbieten?

Der Große ist auch noch klein. In der ersten Zeit nach der Geburt eines Geschwisterkindes kann er bei Oma besser aufgehoben sein als zuhause. Foto: Heidi Scherm
Das Baby ist endlich angekommen. Die Zeit des intensiven Kennenlernens von Mutter und Kind beginnt. Die Mutter braucht jetzt aber auch mindestens sechs bis acht Wochen zur Regeneration.
Unterstützung tut ihr gut. Nicht immer kann der Partner sie bieten oder ist überhaupt einer da.
Als willkommene Helfer kommen Großeltern infrage, wenn sie nicht allzu weit weg wohnen und man ein vertrautes Verhältnis miteinander hat. (Die Alternative ist, einen Helfer für sechs Wochen zu finanzieren, z.B. Lieferservice oder Haushaltshilfe) Am besten spricht man noch vor der Geburt ab, was gewünscht wird. Selbst berufstätige Omas und Opas können einiges zur Entlastung einer jungen Mutter beitragen.
Checkliste
Je nach persönliche Vorlieben und Möglichkeiten könnten Omas und Opas davon etwas auswählen:
- Geschwisterkinder ganz oder zeitweise zu sich holen.
- Einkäufe nach Einkaufsliste übernehmen.
- Für leckeres Essen sorgen. Entweder frisch gekocht oder indem die Tiefkühltruhe rechtzeitig mit Vorgekochtem aufgefüllt wird.
- Kurzputz erledigen, zum Beispiel während Mutter und Baby draußen spazieren fahren.
- Schmutzige Wäsche wegwaschen. Insbesondere frische Bettwäsche ist in dieser Zeit hoch willkommen. Am dankbarsten ist eine Wöchnerin, wenn sie sich hundemüde in ein frisch gemachtes Bett fallen lassen kann.
- Aller paar Tage Küche aufräumen und Blumen gießen.
- Haustiere in Pflege nehmen.
- Ausfahrten mit dem Baby unternehmen, damit Tochter oder Schwiegertochter mal eine Stunde lang wirklich ungestört schlafen kann.
Wichtig: Seien Sie diskrete statt übereifrige Helfer. Drängen Sie nichts auf, was nicht wirklich gewollt wird.
Die Mutter ist jetzt physisch und psychisch nicht besonders stabil. Ihre ganze Aufmerksamkeit gilt ihrem Kind und sich selbst, nicht Freunden und Verwandten. Was auch in Ordnung ist, damit sie ausgeglichen und belastbar ist in den schlaflosen Nächten, die bevorstehen.
Generell gilt in der Wochenbettzeit: Hausarbeit kann in dieser Phase auf das Notwendigste reduziert werden. Nach anderthalb Monaten könnte man vielleicht einen gemeinsamen Großputztag vereinbaren.
Seien Sie nicht beleidigt, wenn wenig Zeit für tief gehende Gespräche bleibt, Sie wieder gehen müssen, weil Mutter und Kind endlich mal gleichzeitig in tiefem Schlaf liegen und Sie stören oder Ihr Mittagessen stehen bleibt, weil es gerade mit dem Stillen nicht klappt und alle nervös sind. Selbst sehr gut organisierten junge Frauen gerät der Tagesablauf in den ersten Wochen nach einer Entbindung mitunter durcheinander. Halten Sie sich mit ungebetenen Ratschlägen zurück. Eine unsichere Mutter wird eher besser in ihrer Rolle, wenn sie Bestätigung und Ermutigung bekommt statt Belehrung.
Mit leiser Unterstützung „aus dem Hintergrund“ tragen Sie dazu bei, dass eine liebevolle, entspannte Mutter-Kind-Beziehung entsteht und bekommen selbst eine Portion von diesem Glück ab.


