Geld: Privat vorsorgen für Rente mit 67

Um die 50 Euro monatlich müsste eine 1964 geborene Frau zurücklegen, um die Abschläge auszugleichen, wenn sie früher als mit 67 Jahren in Rente gehen will. Foto: A. Thomas
Die Rente mit 67 kommt. Daran führt kein Weg vorbei. Aber werden dann alle bis zu ihrem 67. Lebensjahr arbeiten? „Ich halte das für unwahrscheinlich“, sagt Rentenexperte Prof. Dr. Meinhard Miegel, Leiter des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft (IWG) Bonn. Zwar muss sich der Arbeitsmarkt darauf einstellen, dass dann fünf Millionen ältere Arbeitnehmer mehr als bisher einen Job brauchen. Aber das wird sich nur zu einem Bruchteil realisieren lassen. Prof. Miegel gibt ehrlich zu: „De facto bedeutet die Rente mit 67, dass die Rentenhöhe gekappt wird.“
Das hat Konsequenzen auch für die jüngeren Jahrgänge. Schon die heutigen Mittvierziger müssen etwas tun, damit sie im Alter ihren Lebensstandard halten können.
Wer nach Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf 67 Jahre im gleichen Alter wie bisher in Rente gehen muss oder will, muss privat vorsorgen, um die höheren Abschläge auszugleichen. So müssen beispielsweise ledige Männer des Jahrgangs 1964 bei einem Renteneintritt mit 65 Jahren zwischen 14.000 und 19.500 Euro, Frauen, aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung, sogar zwischen 16.500 und 23.000 Euro sparen, wenn eine Verzinsung von 3,5 bis 5,0 Prozent unterstellt wird. Dafür müssten sie ab 2010 monatlich zwischen 40 und 70 Euro zurücklegen. Das ergab eine Studie des IWG Bonn im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) Köln, die heute in Berlin vorgestellt wurde.
IWG-Leiter Prof. Dr. Meinhard Miegel: „Für viele Beschäftigte dürfte sich eine Mischstrategie anbieten. Sie arbeiten länger und sorgen gleichzeitig verstärkt privat vor." Dadurch könnte eine Minderung der Altersversorgung vermieden werden. Vorausgesetzt, es ist Arbeit für die Älteren da.


