Freizeit: Ich will so gern einen Hund!

Liebe auf den ersten Blick: Lisa und Irish-Setter-Hündin Curry. Foto:A.Thomas
Es ist unvermeidlich. Irgendwann wünscht sich fast jedes Kind ein eigenes Tier. Gern zieht es Oma und Opa als Verbündete auf seine Seite, um den Widerstand der Eltern zu zermürben. Kapitulieren Sie nicht zu schnell. Glauben Sie nicht, Sie könnten unwillige Eltern umzustimmen, indem Sie Tatsachen schaffen.
Sie können Kompromisse versuchen: Statt des Hundes eine Maus, die kurzlebiger ist. Oder Goldfische, mit denen man nicht Gassi muss. Seien Sie sich aber bewusst, dass z.B. eine Schildkröte für ein Kind, das von einer verspielten, kuschligen Katze träumt, ein mangelhafter Ersatz bleibt. Schlecht für die Schildkröte.
Mitunter sind Großeltern für bedrängte Eltern die Rettung. Wenn sie ein Haustier halten, ist das Kind oft schon zufrieden. Oder kann zumindest sehen, wieviel Aufwand der Umgang mit dem Tier bedeutet.
Bis vier Jahre...
...ist das Kind ohnehin noch zu klein, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen. Nicht nur die Arbeit bleibt an Mutter oder Vater hängen. Schlimmstenfalls müssen sie das Kind vor dem Tier schützen, zum Beispiel einem temperamentvollen großen Hund oder einer wehrhaften Katze. Bei kleinen Tieren ist es umgekehrt. Kind und Tier besser nicht miteinander allein lassen.
Im Vorschulalter...
...sieht die Sache schon besser aus, aber die Erwachsenen können sich noch längst nicht aus der Pflege heraushalten. Außerdem: Mit Beginn der Schule kann das Kind völlig andere Interessen entwickeln.
Bis zehn Jahre...
... wird der elterliche Widerstand vermutlich nicht anhalten, wenn das Kind schon lange bettelt. Jetzt kann es auch ermessen, dass das Tier von seiner Fürsorge abhängt. Füttern, Putzen und Gassi gehen übernimmt jetzt grundsätzlich das Kind. Nur Futterkauf, Tierarztbesuch und Ferienversorgung erledigen die Eltern. Wichtig: Hart bleiben, die Regelung beibehalten. Einmal gebrochen, lässt sich ein Tabu nicht mehr halten.
Ab elf Jahre...
....darf man weggucken. Ein Kind ist jetzt reif genug, alle mit dem Tier zusammenhängenden Verpflichtungen zu tragen, auch einen Tierarztbesuch. Aber Vorsicht: Bald kommt die Pubertät und damit möglicherweise wieder ein krasser Interessenswechsel beim Kind.
Was kostet ein Haustier?
Pferd
Anschaffung ab 1500 Euro, Grenzen nach oben offen: Unterstellung ab ca. 300 Euro pro Monat. Daneben entstehen noch Kosten für den Tierarzt und die Reitausstattung.
Hund
Beim Züchter um die 300 bis 500 Euro, je nach Rasse auch erheblich mehr. Tierheime verlangen mitunter Schutzgebühren bis zu 300 Euro.
Die Hundesteuer liegt in Großstädten bei ca. 150 Euro im Jahr. Eine Hundehaftpflicht kostet ca. 80 bis 100 Euro jährlich und ist unbedingt erforderlich. Die Futter- Kosten betragen zwischen 0,50 und 3 Euro am Tag. Mit Tierarztkosten summiert sich der durchschnittliche jährliche Aufwand für einen Hund auf bis zu 800 Euro.
Katze
Oft gibt es sie geschenkt. Die tierärztlich versorgte Katze aus dem Tierheim kostet 100 bis 150 Euro. Rassekatzen vom Züchter kosten kaum weniger als Hunde. Tierarzt-Untersuchung: 50 bis 100 Euro.
Die Erstausstattung einer Katze - Transportbox, Wasser- und ein Futternapf, ein Kratzbaum, eine Katzentoilette und ein Schlafkorb - kostet zusammen ca. 200 Euro. Futter und Leckereien belaufen sich auf 10 bis 30 Euro pro Monat. Für Katzenstreu und für einen einmaligen Tierarztbesuch im Jahr muss man mit jeweils 100 Euro rechnen. Also liegt man mit einer Katze im Jahr bei ca. 400 Euro.
Kleintier
Meerschweinchen, Hamster, Zwerghase oder Wellensittich sind für 15 bis 30 Euro zu haben. Die nötige Erstausstattung, wie Käfig, Wasser- und Futternapf erfordert 50 bis 80 Euro. Futterkosten zwischen 10 und 30 Euro monatlich. Alles in allem, mit Tierarzt: 200 bis 300 Euro im Jahr.
Quellen: Süddeutsche Zeitung, Kinderleben, Herbst 2006 / Michael Schnabel, wissenschaftlicher Angestellter am Staatsinstitut für Frühpädagogik, München)


