Mannhafter Widerstand
„Wir müssen reden“, sagte Brigitte gestern nach dem Frühstück. „Über uns.“
„Hm“, sagte ich und nahm zur Deckung die Zeitung hoch.
Was will die Frau? Mir sagen, wie toll ich bin? Das würde sie kaum strategisch vorbereiten.
Ganz klar, die Sache ist als geplanter Tiefschlag zu werten. Zuletzt hat mich meine Mutter in eine so miese Verfassung gebracht: „Heute Abend spreche ich mit Papa über dein Benehmen...“
Verglichen mit einem typisch männlichen, spontanen, offenen Kampf ist diese Weibertaktik zutiefst verachtenswert.
Ich ging meine möglichen Verfehlungen durch. Soviel steht fest: Ich werde nicht ans Telefon gehen, wenn Fußball läuft. Ich werde nicht von Butter auf Margarine umstellen. Ich werde nicht ihre Freundinnen mit Küßchen begrüßen. Ich werde nicht erzählen, wie mein Tag war. Nicht vor dem ersten Bier.
Ich begab mich mit der Zeitung aus Klo. Brigitte verließ erhobenen Hauptes die Wohnung.
Ich rief Kalle an.
„Keine Blumen“, sagte er. „Wird immer als Schuleingeständnis gewertet. Blumen grundsätzlich nur, wenn die Frau sie nicht erwartet.“
Er riet mir zu passivem Widerstand: „Ich bin total erkältet“, sagte er. „Komm her, steck dich an.“


